Escrow (Treuhand)

Escrow (Treuhand) ist ein Zahlungsmodell, bei dem ein neutraler Dritter die Zahlung des Käufers verwahrt, bis eine definierte Bedingung erfüllt ist — z. B. Lieferung der Ware oder Abnahme der Dienstleistung.

Escrow (Treuhand)

Escrow (Treuhandkonto) ist ein Sicherungsmechanismus im Zahlungsverkehr: Ein neutraler Dritter — der Escrow-Agent — hält die Zahlung des Käufers, bis eine vereinbarte Bedingung erfüllt ist. Erst dann wird der Betrag an den Verkäufer freigegeben. Das schützt beide Parteien: Der Käufer zahlt nicht, ohne Leistung zu erhalten, und der Verkäufer hat die Garantie, dass das Geld bereitsteht.

Auf Marktplätzen wird Escrow besonders bei Dienstleistungen und hochpreisigen Gütern eingesetzt: Handwerkeraufträge, Freelancer-Projekte, Gebrauchtwagenverkäufe oder Immobilientransaktionen. Die Freigabe erfolgt nach Lieferung, Abnahme oder Ablauf einer Rückgabefrist.

In der Schweiz ist Escrow regulatorisch heikel: Wer gewerbsmässig Gelder auf einem Treuhandkonto hält, kann unter die Bankenregulierung fallen (60-Tage-Regel gemäss BankV). Für KMU-Marktplätze ist die Kombination aus Delayed Payout und Split Payment über einen regulierten PSP die praktikable Alternative zu einem klassischen Escrow.

Escrow Beispiele

Ein Käufer beauftragt einen Handwerker über einen Marktplatz. Der Betrag wird per Escrow gehalten, bis der Käufer die Arbeit abgenommen hat.

Ein Freelancer-Marktplatz hält die Zahlung des Auftraggebers, bis das Projekt abgeliefert und vom Auftraggeber freigegeben wurde.

Ein PSP bietet Delayed Payout an: Die Zahlung wird sofort verarbeitet, aber die Auszahlung an den Verkäufer erst nach Versandbestätigung ausgelöst — eine Escrow-ähnliche Funktion ohne regulatorischen Overhead.

Escrow FAQ

Was ist Escrow?

Escrow ist ein Treuhandmodell, bei dem ein neutraler Dritter die Zahlung hält, bis eine Bedingung erfüllt ist — z. B. Lieferung oder Abnahme. Das schützt Käufer und Verkäufer gleichermassen.

Ist Escrow in der Schweiz reguliert?

Ja, wer gewerbsmässig Gelder auf Treuhandkonten hält, kann unter die Bankenregulierung fallen. Die 60-Tage-Regel der BankV ist hier relevant. KMU-Marktplätze nutzen besser Delayed Payout über einen regulierten PSP.

Was ist der Unterschied zwischen Escrow und Split Payment?

Split Payment teilt den Betrag sofort auf. Escrow hält den gesamten Betrag zurück, bis eine Bedingung erfüllt ist. Escrow schützt stärker bei Dienstleistungen und hochpreisigen Gütern, ist aber regulatorisch aufwändiger.

Wann lohnt sich Escrow?

Bei Dienstleistungen (Abnahme nötig), hochpreisigen Gütern (Risikominimierung), Gebrauchtwaren (Zustandsüberprüfung) und Projektarbeiten (Meilensteinzahlungen). Bei Standardwaren mit Versandtracking reicht meist Delayed Payout.

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