QR-Rechnung als Zahlungsmethode im Schweizer Online-Shop: So funktioniert's
Die Schweizer QR-Rechnung (Swiss QR Invoice) lässt sich als vollwertige Zahlungsmethode im E-Commerce-Checkout einsetzen — nicht nur als Rechnungsversand per Post. Käufer:innen erhalten nach der Bestellung einen QR-Code, den sie direkt über ihre E-Banking-App scannen und bezahlen. Für Händler:innen ist die QR-Rechnung die günstigste Form des Rechnungskaufs mit Transaktionsgebühren ab 0,50 %, allerdings ohne Bonitätsprüfung und ohne Risikoübernahme.
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Die Schweizer QR-Rechnung (Swiss QR Invoice) lässt sich als vollwertige Zahlungsmethode im E-Commerce-Checkout einsetzen — nicht nur als Rechnungsversand per Post. Käufer:innen erhalten nach der Bestellung einen QR-Code, den sie direkt über ihre E-Banking-App scannen und bezahlen. Für Händler:innen ist die QR-Rechnung die günstigste Form des Rechnungskaufs mit Transaktionsgebühren ab 0,50 %, allerdings ohne Bonitätsprüfung und ohne Risikoübernahme.
Dieser Guide zeigt Dir Schritt für Schritt, wie die QR-Rechnung im Online-Checkout funktioniert, wie Du den Zahlungsabgleich automatisierst und für welche Shops dieses Modell besonders geeignet ist.
1. Was die QR-Rechnung im E-Commerce-Kontext ist — und was sie nicht ist
Die QR-Rechnung wurde 2020 von der Schweizerischen Bankiervereinigung (SwissBanking) und der SIX Group eingeführt, um die alten Einzahlungsscheine (rot und orange) durch ein einheitliches, digital lesbares Format zu ersetzen. Im Kern ist sie ein standardisierter Zahlteil mit Swiss QR Code, der alle Zahlungsinformationen enthält: Empfänger-IBAN, Betrag, Referenznummer und strukturierte Zahlungsinformationen.
Im E-Commerce-Kontext bedeutet das: Die QR-Rechnung wird nicht auf Papier verschickt, sondern als digitaler Zahlteil im Checkout oder per E-Mail nach Bestellung bereitgestellt. Käufer:innen scannen den QR-Code mit ihrer Mobile-Banking-App und lösen die Zahlung aus. Die QR-Rechnung ist dabei keine BNPL-Lösung — es findet keine Bonitätsprüfung statt, und das Ausfallrisiko liegt vollständig bei Dir als Händler:in.
Wichtig: Die QR-Rechnung als Zahlungsmethode im Checkout ist nicht dasselbe wie der klassische Rechnungsversand. Beim klassischen Rechnungsversand erstellst Du eine Rechnung manuell und verschickst sie — der Prozess ist entkoppelt vom Shop. Bei der QR-Rechnung als Checkout-Zahlungsmethode ist der Prozess in den Bestellablauf integriert, und der Zahlungsabgleich kann automatisiert werden.
2. Wie die QR-Rechnung im Online-Checkout funktioniert: Ablauf für Käufer:innen und Händler:innen
Der Ablauf gliedert sich in fünf Schritte:
Schritt 1: Käufer:in wählt im Checkout «Kauf auf Rechnung» oder «QR-Rechnung» als Zahlungsmethode. Der PSP oder das Shop-System generiert eine QR-Rechnung mit eindeutiger QR-Referenz (QRR) oder SCOR-Referenz.
Schritt 2: Die Bestellung wird bestätigt. Käufer:in erhält die QR-Rechnung als PDF per E-Mail oder direkt im Bestellbestätigungs-Bildschirm — mit dem Swiss QR Code und der Zahlungsfrist.
Schritt 3: Käufer:in öffnet die E-Banking- oder Mobile-Banking-App, scannt den QR-Code. Alle Zahlungsinformationen werden automatisch ausgefüllt. Mit einem Klick wird die Zahlung ausgelöst.
Schritt 4: Die Bank des Käufers überweist den Betrag an die Empfänger-IBAN. Je nach Bank dauert dies 1–2 Werktage innerhalb der Schweiz.
Schritt 5: Du als Händler:in erhältst eine CAMT.054-Gutschriftsmeldung von Deiner Bank. Diese enthält die QR-Referenz, mit der die Zahlung automatisch der Bestellung zugeordnet werden kann.
3. Zahlungsabgleich: CAMT.054, Referenznummer und automatische Zuordnung
Der automatische Zahlungsabgleich ist der grösste Effizienzgewinn der QR-Rechnung gegenüber der klassischen Rechnung per Post. Er funktioniert über drei Komponenten:
Die QR-Referenz (QRR) ist eine 27-stellige Referenznummer, die auf der QR-IBAN basiert. Sie wird bei jeder Bestellung eindeutig generiert. Alternativ kann die Structured Creditor Reference (SCOR) nach ISO 11649 verwendet werden, die auch ausserhalb der Schweiz funktioniert.
Die CAMT.054-Meldung ist eine XML-Datei im ISO-20022-Standard, die Deine Bank Dir automatisch bereitstellt. Sie enthält alle Gutschriften mit der jeweiligen Referenznummer. Dein ERP-System, Dein Buchhaltungstool oder Dein PSP kann diese Meldung einlesen und die Zahlung automatisch der richtigen Bestellung zuordnen.
In der Praxis heisst das: Wenn eine Kundin CHF 89.00 auf Dein Konto überweist und die QR-Referenz 21 00000 00003 13947 14300 09017 enthält, ordnet Dein System die Zahlung automatisch der Bestellung #13947 zu. Ohne manuelles Abgleichen, ohne Kontoauszüge durchforsten.
Voraussetzung: Du benötigst eine QR-IBAN (nicht nur eine Standard-IBAN), die Du bei Deiner Bank beantragst. Ausserdem muss Deine Software CAMT.054-Meldungen verarbeiten können. Die meisten modernen ERP- und Buchhaltungslösungen (Bexio, Abacus, Run my Accounts, Klara) unterstützen dies nativ.
4. Zahlungsfristen und Mahnwesen: Wann ist die Rechnung fällig, was passiert bei Verzug?
Anders als bei BNPL-Anbietern, die eine feste Zahlungsfrist von 14 oder 30 Tagen vorgeben, bestimmst Du bei der QR-Rechnung die Zahlungsfrist selbst. Üblich sind 10, 14 oder 30 Tage ab Rechnungsdatum.
Wenn die Zahlungsfrist abgelaufen ist und keine Zahlung eingegangen ist, beginnt Dein Mahnprozess. In der Schweiz gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Mahnpflicht — Du kannst grundsätzlich direkt nach Fristablauf betreiben lassen. In der Praxis empfiehlt sich aber ein gestufter Prozess:
Zahlungserinnerung nach 5–7 Tagen Überfälligkeit, freundlich formuliert. Erste Mahnung nach 14 Tagen Überfälligkeit, mit neuer Zahlungsfrist von 10 Tagen. Zweite Mahnung nach weiteren 10 Tagen, mit Ankündigung der Betreibung. Betreibungsbegehren beim zuständigen Betreibungsamt (Art. 67 SchKG), falls die Zahlung weiterhin ausbleibt.
Die Kosten für ein Betreibungsbegehren liegen je nach Forderungshöhe zwischen CHF 7 und CHF 400 gemäss der Gebührenverordnung zum SchKG (GebV SchKG). Diese Kosten musst Du als Gläubiger:in vorschiessen.
5. QR-Rechnung vs. klassische Rechnung per Post: Was sich für Online-Shops ändert
Die Umstellung auf die QR-Rechnung als Checkout-Zahlungsmethode bringt mehrere Vorteile gegenüber dem klassischen Rechnungsversand:
Dimension | Klassische Rechnung per Post | QR-Rechnung im Checkout |
Rechnungserstellung | Manuell oder per ERP | Automatisch durch PSP/Shop-System |
Versand | Briefpost oder PDF per E-Mail | Digital im Bestellprozess |
Manuell (Kontoauszug prüfen) | Automatisch via CAMT.054 | |
Zahlungsdauer | 3–10 Tage (Postweg + Überweisung) | 1–2 Tage (direkte Banküberweisung) |
Fehlerquote | Hoch (Tippfehler, falsche IBAN) | Niedrig (QR-Code enthält alle Daten) |
Kosten pro Rechnung | Porto + Druck + manueller Aufwand | Transaktionsgebühr (0,50–0,60 %) |
Ausfallrisiko | Händler:in | Händler:in (identisch) |
6. Für welche Shops und Branchen sich die QR-Rechnung besonders eignet
Die QR-Rechnung als Checkout-Zahlungsmethode ist besonders geeignet für:
B2B-Shops und Bestellplattformen, bei denen Firmenkund:innen gewohnt sind, per Banküberweisung zu bezahlen. Die QR-Rechnung macht diesen Prozess digital und automatisierbar.
Shops mit hoher Stammkundschaft, bei denen das Ausfallrisiko bekannt und gering ist. Wenn Du weisst, dass 95 % Deiner Kund:innen zuverlässig bezahlen, brauchst Du keine teure BNPL-Risikoübernahme.
Shops mit grossen Warenkörben (über CHF 200), bei denen die prozentuale Gebühr der QR-Rechnung (0,50 %) deutlich günstiger ist als die BNPL-Gebühr (2–3 %).
Vereine, Verbände und Non-Profit-Organisationen, bei denen Mitgliederbeiträge und Spenden per QR-Rechnung eingezogen werden.
Weniger geeignet ist die QR-Rechnung für Shops mit hohem Neukund:innen-Anteil und kleinen Warenkörben im Mode- oder Lifestyle-Segment — hier ist das Ausfallrisiko hoch, und BNPL mit Risikoübernahme ist die bessere Wahl.
Checkliste: QR-Rechnung als Zahlungsmethode in Deinem Online-Shop einrichten
Beantrage eine QR-IBAN bei Deiner Schweizer Bank, falls Du noch keine hast.
Prüfe, ob Dein PSP oder Shop-System die QR-Rechnung als Checkout-Zahlungsmethode unterstützt.
Stelle sicher, dass Deine Buchhaltungssoftware CAMT.054-Meldungen verarbeiten kann.
Definiere die Zahlungsfrist (10, 14 oder 30 Tage) und kommuniziere sie klar auf der QR-Rechnung.
Richte ein automatisches Mahnwesen ein: Zahlungserinnerung, 1. Mahnung, 2. Mahnung.
Entscheide, ob Du die QR-Rechnung parallel zu BNPL-Methoden anbietest — beides gleichzeitig ist möglich.
Teste den Ablauf: Bestelle in Deinem eigenen Shop, scanne den QR-Code und prüfe, ob die Zuordnung funktioniert.
Häufige Fragen zur QR-Rechnung als Zahlungsmethode im Online-Shop
Was ist der Unterschied zwischen QR-Rechnung und Kauf auf Rechnung mit Klarna?
Bei der QR-Rechnung trägst Du als Händler:in das Ausfallrisiko selbst und zahlst dafür nur 0,50–0,60 % Gebühr. Bei Klarna übernimmt Klarna das Risiko und die Bonitätsprüfung, berechnet dafür aber 1,60–2,40 % plus Fixgebühr.
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Wie funktioniert der automatische Zahlungsabgleich bei der QR-Rechnung?
Jede QR-Rechnung enthält eine eindeutige Referenznummer (QRR oder SCOR). Wenn die Kundschaft bezahlt, liefert Deine Bank eine CAMT.054-Meldung mit dieser Referenz. Dein System ordnet die Zahlung automatisch der Bestellung zu.
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Brauche ich für die QR-Rechnung im Online-Shop eine QR-IBAN?
Ja, wenn Du mit QR-Referenzen (QRR) arbeiten willst — und das ist für den automatischen Zahlungsabgleich empfohlen. Die QR-IBAN beantragst Du kostenlos bei Deiner Schweizer Bank.
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Kann ich die QR-Rechnung auch für B2B-Kund:innen im Online-Shop einsetzen?
Ja, die QR-Rechnung ist sogar besonders gut für B2B geeignet, weil Firmenkund:innen gewohnt sind, per Banküberweisung zu bezahlen. Der Prozess wird durch den QR-Code automatisiert und beschleunigt.
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Was kostet die QR-Rechnung als Zahlungsmethode im Online-Shop?
Die Transaktionsgebühr liegt bei 0,50 bis 0,60 % je nach Plan, ohne Fixgebühr pro Transaktion. Damit ist die QR-Rechnung die günstigste Form des Rechnungskaufs — allerdings trägst Du das Ausfallrisiko selbst.
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Wie lange dauert es, bis die Zahlung per QR-Rechnung eingeht?
In der Regel 1–2 Werktage, wenn die Kundschaft die Zahlung über E-Banking oder Mobile Banking auslöst. Voraussetzung ist, dass beide Konten bei einer Schweizer Bank liegen.
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