Worldline vs. SumUp: Welches Kartenterminal passt zu Schweizer KMU?

Worldline und SumUp vertreten zwei verschiedene Philosophien im Schweizer POS-Markt: Worldline mit Interchange++-Modell und TWINT-Support, SumUp mit fixem Blended Pricing und einfachem Onboarding – aber ohne TWINT. Dieser Guide vergleicht beide konkret für Schweizer KMU.

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Worldline und SumUp vertreten zwei grundlegend verschiedene Philosophien im Schweizer POS-Markt: Worldline ist der etablierte Marktführer mit Interchange++-Modell und Schweizer Verwurzelung – SumUp der globale Newcomer mit fixem Preismodell und einfachem Onboarding. Für Schweizer KMU stellt sich die Frage: Welches Modell passt zum eigenen Betrieb?

Dieser Guide vergleicht Worldline und SumUp konkret für den Schweizer POS-Alltag: Gebührenstruktur, Zahlungsmethoden, TWINT-Verfügbarkeit und Onboarding-Aufwand – damit Du weisst, wann welcher Anbieter die bessere Wahl ist.

1. Zwei Welten: Interchange++ vs. Blended Pricing

Der fundamentale Unterschied zwischen Worldline und SumUp ist nicht ein Produktmerkmal – es ist die Gebührenlogik.

Worldline verwendet Interchange++: Die Gebühr pro Transaktion setzt sich zusammen aus der Interchange-Fee des Kartennetzwerks (abhängig von Kartentyp und Herkunft), der Worldline-Servicegebühr sowie allfälligen Zuschlägen. Was eine Transaktion kostet, hängt davon ab, welche Karte Dein Kunde zückt. Eine Schweizer Maestro-Debitkarte kostet weniger als eine britische Visa-Kreditkarte.

SumUp verwendet Blended Pricing: Eine fixe Rate gilt für alle Debitkarten (1.50% Standard, 0.99% Plus), eine andere für alle Kreditkarten (2.50% Standard, 0.99% Plus). Non-EU-Karten und Firmenkarten kosten im Plus-Abo 1.99%. Keine Zuschläge, keine Interchange-Komponente – was auf der Preisseite steht, stimmt mit der Monatsabrechnung überein.

Was das für die Monatsabrechnung bedeutet

Bei Worldline enthält die Abrechnung eine Liste von Transaktionsposten mit unterschiedlichen Gebührensätzen je nach Kartentyp und Herkunft. Für einen Betrieb mit gemischtem Kundenmix – Schweizer Debitkarten, internationale Kreditkarten, vereinzelt Firmenkarten – ist die Monatsgebühr erst im Nachhinein bekannt.

Bei SumUp ist der Monat im Voraus kalkulierbar: Wer weiss, wie viel Prozent seines Umsatzes über Debit- und Kreditkarten läuft, kann die Gebühren auf den Franken genau vorausberechnen.

2. Gebührenvergleich: Was eine Transaktion kostet

Die folgende Tabelle zeigt effektive Kosten bei einem CHF 30-Bon für typische Szenarien (Stand: Mai 2026). Worldline-Werte sind Schätzungen auf Basis des öffentlichen Preisblatts plus typischer Interchange-Richtwerte:

 

Szenario (CHF 30 Bon)

Worldline (geschätzt*)

SumUp Standard

SumUp Plus

Unterschied

Schweizer Debitkarte

~CHF 0.30–0.50 (variabel)

CHF 0.45 (1.50%)

CHF 0.30 (0.99%)

SumUp Plus günstiger

Schweizer Kreditkarte

~CHF 0.50–0.80 (variabel)

CHF 0.75 (2.50%)

CHF 0.30 (0.99%)

SumUp Plus deutlich besser

TWINT

CHF 0.15 (Mindestgebühr)

✗ nicht möglich

✗ nicht möglich

Worldline (einzige Option)

Ausländische Kreditkarte (EU)

~CHF 0.59–0.89 (+0.98% Zuschlag)

CHF 0.75 (2.50%)

CHF 0.60 (1.99%)

Ähnlich

Non-EU-Karte (Tourist)

~CHF 0.69–1.09 (+1.30% Zuschlag)

CHF 0.75 (2.50%)

CHF 0.60 (1.99%)

SumUp Plus leicht besser

 

* Worldline-Werte basieren auf dem öffentlichen Preisblatt (ab Februar 2026) plus typischen Interchange-Richtwerten. Effektive Kosten hängen vom individuellen Händlervertrag ab.

Auffällig: SumUp Plus (CHF 29/Mt.) schlägt Worldline bei Kreditkarten deutlich – 0.99% vs. Interchange++ bedeutet bei einer CHF 100-Kreditkartentransaktion rund CHF 0.50–0.80 Unterschied zugunsten SumUp. Bei sehr kleinen Beträgen und Schweizer Debitkarten kann Worldline durch den niedrigen Interchange günstiger liegen.

3. TWINT: Der entscheidende Schweizer Unterschied

Hier trennen sich die Wege klar: Worldline unterstützt TWINT am POS-Terminal – mit einer Mindestgebühr von CHF 0.15 pro Transaktion laut öffentlichem Preisblatt. SumUp unterstützt TWINT nicht.

Für Schweizer Betriebe mit lokaler Kundschaft ist das kein Detailpunkt. TWINT ist die meistgenutzte mobile Zahlungsmethode der Schweiz. Ein Betrieb ohne TWINT verliert Kundinnen und Kunden, die lieber zur Konkurrenz gehen als mit Karte zu zahlen – unabhängig davon, wie günstig die Kartengebühren sind.

Wann TWINT wegfällt ohne Konsequenzen

Es gibt Szenarien, in denen TWINT tatsächlich keine Rolle spielt: rein touristische Betriebe ohne Schweizer Stammkundschaft, internationale Messen und Konferenzen mit ausländischen Besucher:innen, oder Betriebe in Regionen mit sehr geringer TWINT-Adoption. Für alle anderen ist die TWINT-Lücke von SumUp ein strukturelles Problem.

4. Monatliche Gesamtkosten: Szenarien für Schweizer KMU

Die folgende Tabelle zeigt drei typische KMU-Szenarien (Stand: Mai 2026). POS-Transaktionen, ohne Online-Zahlungen:

 

Szenario

Worldline (geschätzt*)

SumUp Standard

SumUp Plus (CHF 29)

 

CHF 3'000/Mt. 80% Debit, 20% Kredit kein TWINT

~CHF 60–80

CHF 72

CHF 29+CHF 29.70 = CHF 58.70

 

CHF 5'000/Mt. 70% Debit, 30% Kredit kein TWINT

~CHF 100–140

CHF 112.50

CHF 29+CHF 49.50 = CHF 78.50

 

CHF 5'000/Mt. mit 30% TWINT

~CHF 90–120 (TWINT inklusive)

nicht möglich (kein TWINT)

nicht möglich (kein TWINT)

 

CHF 10'000/Mt. 60% Debit, 40% Kredit

~CHF 180–260

CHF 230

CHF 29+CHF 99 = CHF 128

 

 

Ab rund CHF 3'000 monatlichem Kartenumsatz lohnt sich SumUp Plus fast immer gegenüber dem Standard-Tarif. Worldline bleibt in dieser Tabelle schwer direkt vergleichbar – das Interchange++-Modell kann je nach Kundenmix tiefer oder höher ausfallen als die SumUp-Preise.

5. Zahlungsmethoden im Vergleich

Über Debit- und Kreditkarten hinaus unterscheiden sich die beiden Anbieter bei weiteren Zahlungsmethoden:

 

Zahlungsmethode

Worldline

SumUp

Visa / Mastercard Debit

Visa / Mastercard Kredit

TWINT

PostFinance Pay

Apple Pay / Google Pay

Alipay / WeChat Pay

Online-Zahlungen

✓ via Saferpay (separat)

✓ 2.50% pauschal (inklusive)

Recurring Payments

Payment Links

eingeschränkt

 

Worldline hat hier einen klaren Vorteil bei asiatischen Zahlungsmethoden (Alipay, WeChat Pay) – relevant für Betriebe in touristischen Lagen mit chinesischer Kundschaft. SumUp bietet dafür Payment Links als digitales Zahlungstool, was für kleine Betriebe ohne vollständige Webshop-Integration nützlich ist.

6. Hardware: Miete vs. Kauf

SumUp verkauft seine Hardware einmalig: Der SumUp Air kostet ab CHF 49, der SumUp Solo ab CHF 99. Kein monatlicher Mietbetrag. Für saisonale Betriebe oder Händler:innen mit sehr kleinem Volumen ist das finanziell attraktiv – die Hardware amortisiert sich schnell.

Worldline arbeitet mit Terminal-Miete oder -kauf, je nach Händlervertrag. Die Konditionen werden individuell verhandelt. Ein Vergleich ist ohne konkretes Angebot nicht möglich.

Wichtig für den Vergleich: Bei SumUp kommt zur Kartengebühr keine monatliche Fixgebühr hinzu (Standard-Tarif). Wer wenig Umsatz macht, zahlt entsprechend wenig. Das macht SumUp zum günstigsten Einstieg für Betriebe mit unter CHF 2'000 monatlichem Kartenumsatz.

7. Onboarding: Verhandlung vs. Selbstregistrierung

Worldline richtet sich primär an grössere Händler:innen. Das Onboarding läuft über ein individuelles Angebot – Preise und Konditionen werden verhandelt. Für einen Foodtruck oder ein kleines Kosmetikstudio ist dieser Prozess oft überproportional aufwendig.

SumUp ermöglicht Selbstregistrierung ohne Verhandlung: Konto erstellen, Hardware kaufen, Terminal aktivieren. Für Neugründungen oder saisonale Betriebe, die schnell starten wollen, ist das ein konkreter Vorteil. Die Kehrseite: Individuelle Konditionen bei hohem Volumen gibt es erst ab CHF 10'000 monatlichem Umsatz.

8. Gesamtentscheidung: Wann welcher Anbieter

 

Aspekt

Worldline

SumUp

Vorteil

Preismodell

Interchange++ (variabel)

Blended Pricing (fix)

SumUp (Transparenz)

Debit POS

Interchange + Servicegebühr (mind. CHF 0.20)

1.50% (Standard) 0.99% (Plus)

SumUp Plus bei hohem Volumen

Kredit POS

Interchange + Servicegebühr (mind. CHF 0.20)

2.50% (Standard) 0.99% (Plus)

SumUp Plus deutlich günstiger

Non-EU / Firmenkarten

INTRA +0.98% INTER +1.30% +1.30% Firmenkarten

2.50% Standard 1.99% Plus

Ähnlich, Worldline bei sehr hohem Vol.

TWINT POS

✓ (mind. CHF 0.15)

✗ nicht verfügbar

Worldline

PostFinance Pay

Keiner

Online-Zahlungen

Saferpay separat 1.70%+CHF 0.19

2.50% pauschal (in Abo enthalten)

SumUp (einfacher)

Hardware

Miete oder Kauf (individuell)

Kauf CHF 49–199

SumUp (günstiger Einstieg)

Onboarding

Individuelles Angebot, Tage–Wochen

Sofort, keine Verhandlung

SumUp

TWINT als Schweizer Methode

Worldline

Zielgruppe

Enterprise / Grosshandel

KMU, Einzel- händler:innen

SumUp für kleine KMU

 

Für wen Worldline sinnvoll ist

Worldline bleibt die richtige Wahl, wenn TWINT unverzichtbar ist und kein alternatives Schweizer PSP gewünscht wird, wenn Alipay oder WeChat Pay relevant sind, oder wenn ein Betrieb bereits in das Worldline-Ökosystem (Kassen, ERP) investiert hat. Bei sehr hohem Volumen mit vorwiegend Schweizer Debitkarten kann das Interchange++-Modell zudem günstiger sein als fixe Blended-Rates.

Für wen SumUp sinnvoll ist

SumUp ist die unkomplizierteste Lösung für Schweizer KMU ohne TWINT-Bedarf: transparente Fixpreise, günstiger Hardwarekauf, sofortiges Onboarding. Besonders SumUp Plus (CHF 29/Mt.) mit 0.99% für alle Karten ist ab CHF 3'000 monatlichem Umsatz schwer zu schlagen – sofern kein TWINT benötigt wird.

 

Worldline passt besser wenn...

SumUp passt besser wenn...

TWINT unverzichtbar ist (Schweizer Kundschaft)

Kein TWINT benötigt wird (z.B. rein touristischer Betrieb)

Sehr hohes Volumen mit existierendem Worldline-Ökosystem

Schneller Einstieg ohne individuelles Angebot gewünscht

Alipay / WeChat Pay relevant (asiatische Kundschaft)

Günstige Hardware durch einmaligen Kauf (CHF 49+)

Enterprise-Kassensystem-Integration erforderlich

Monatlich kündbar ohne Langzeitbindung gewünscht

Checkliste: Worldline oder SumUp – was passt zu meinem Betrieb?

  • Brauche ich TWINT? (Ja → Worldline oder Payrexx, nicht SumUp)

  • Wie hoch ist mein monatlicher Kartenumsatz? (Unter CHF 3'000 → SumUp Standard prüfen)

  • Wie gross ist mein Anteil an Kreditkarten? (Hoch → SumUp Plus mit 0.99% attraktiv)

  • Habe ich internationale Kundschaft mit non-EU-Karten? (Ja → SumUp Plus 1.99% vs. Worldline +1.30% Zuschlag vergleichen)

  • Habe ich asiatische Kundschaft (Alipay/WeChat)? (Ja → Worldline)

  • Will ich schnell starten ohne Verhandlung? (Ja → SumUp)

  • Brauche ich Online + POS aus einem System? (Ja → weder SumUp noch Worldline ideal)

  • Habe ich ein bestehendes Worldline-Kassensystem? (Ja → Wechselkosten prüfen)

 

Für Schweizer KMU, die TWINT, PostFinance Pay, transparente Festpreise und Online + POS aus einem System benötigen, ist weder Worldline noch SumUp die vollständige Lösung. Payrexx kombiniert Blended Pricing (Debit 0.95%+CHF 0.15, Kredit 1.25%+CHF 0.15, TWINT 1.25% flat) mit Online-Integration aus demselben Account – alles unter Standard-Plan für CHF 19/Mt. .

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TWINT, Blended Pricing und Schweizer Support
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Payrexx kombiniert das Beste aus beiden Welten: fixe transparente Gebühren wie SumUp – plus TWINT, PostFinance Pay und Online aus einem System.

Unser Schweizer Team hilft Dir, die richtige POS-Lösung für Deinen Betrieb zu finden.

Häufige Fragen: Worldline vs. SumUp Schweiz

Hat SumUp TWINT in der Schweiz?

Nein. SumUp unterstützt weder TWINT noch PostFinance Pay in der Schweiz. Für Betriebe mit Schweizer Stammkundschaft ist das ein wesentlicher Nachteil.

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Welcher Anbieter ist günstiger – Worldline oder SumUp?

Kommt auf den Kundenmix an. SumUp Plus (CHF 29/Mt.) ist mit 0.99 % für alle Karten bei mittlerem bis hohem Umsatz oft günstiger. Bei kleinen Beträgen und Schweizer Debitkarten kann Worldline durch niedrigen Interchange günstiger liegen.

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Was kostet SumUp Plus in der Schweiz?

SumUp Plus kostet CHF 29/Mt. mit 0.99 % für alle Debit- und Kreditkarten vor Ort. Non-EU-Karten sowie Firmen- und Premiumkarten kosten 1.99 %. Online-Zahlungen 2.50 % pauschal.

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Unterstützt Worldline Online-Zahlungen?

Ja, über Saferpay – ein separates Produkt mit eigenem Vertrag. Gebühr: 1.70 % + CHF 0.19 pro Online-Transaktion. POS und Online werden getrennt verwaltet.

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Wie schnell kann ich mit SumUp starten?

Sehr schnell. SumUp ermöglicht Selbstregistrierung ohne Verhandlung – Konto erstellen, Hardware kaufen (ab CHF 49), Terminal aktivieren. Typischerweise unter einer Stunde, Hardware-Lieferzeit ausgenommen.

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Kann ich bei SumUp wiederkehrende Zahlungen einrichten?

Nein. SumUp bietet keine nativen Abo- oder Recurring-Payment-Funktionen. Worldline ebenfalls nicht im Standard-POS. Für Abo-Zahlungen braucht es einen anderen Anbieter.

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Was ist der grösste Nachteil von SumUp für Schweizer KMU?

Der fehlende TWINT-Support. Für Betriebe mit Schweizer Stammkundschaft bedeutet das, dass ein relevanter Teil der bevorzugten Zahlungsmethode nicht akzeptiert werden kann.

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Was ist der grösste Nachteil von Worldline für KMU?

Die fehlende Preistransparenz. Worldline kommuniziert keine öffentlichen Endpreise – das Interchange++-Modell macht die Monatsrechnung schwer vorhersehbar, und das Onboarding erfordert ein individuelles Angebot.

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