Der Praxis-Guide: Kartenzahlung in der TCM- und Naturheilpraxis in der Schweiz
In der TCM und Naturheilpraxis wird ein erheblicher Teil der Leistungen direkt kassiert – entweder weil die Behandlung nicht kassengedeckt ist oder weil die Zusatzversicherung nur einen Teil übernimmt. Terminal, Tap to Pay auf Android oder Payment Link sind die drei praxistauglichen Lösungen.
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In der Traditionellen Chinesischen Medizin und Naturheilpraxis wird ein erheblicher Teil der Leistungen direkt bei den Patient:innen kassiert – entweder weil die Behandlung nicht kassengedeckt ist oder weil die Zusatzversicherung nur einen Teil übernimmt. Terminal, Tap to Pay auf einem Android-Smartphone oder Payment Link sind die drei praxistauglichen Lösungen für Schweizer Einzelpraxen.
Dieser Guide erklärt, welche Leistungen in TCM- und Naturheilpraxen direkt kassiert werden, was EMR/ASCA-Anerkennung für den Zahlungsfluss bedeutet und welche Lösung zur Einzelpraxis passt.
1. EMR, ASCA und Krankenkassen: Was wird wo bezahlt?
In der Schweizer Komplementärmedizin hängt die Kassenpflicht einer Behandlung von zwei Faktoren ab: der Therapiemethode und der Anerkennung des Therapeuten. Die wichtigsten Anerkennungsregistrierungen sind EMR (Erfahrungsmedizinisches Register) und ASCA (Schweizerische Stiftung für Komplementärmedizin). Viele Zusatzversicherungen der Schweizer Krankenversicherer erstatten Behandlungen bei EMR- oder ASCA-anerkannten Therapeut:innen – aber nicht alle und nicht vollständig.
Die obligatorische Grundversicherung (KVG) übernimmt Komplementärmedizin nur in sehr begrenztem Rahmen: Akupunktur ist seit 2017 wieder KVG-pflichtig, aber nur wenn sie von einem Arzt oder einer Ärztin mit anerkanntem Weiterbildungstitel durchgeführt wird. Nicht-ärztliche Akupunkteur:innen, TCM-Therapeut:innen und Naturheilpraktiker:innen rechnen also fast ausschliesslich über Zusatzversicherungen oder direkt mit den Patient:innen ab.
Das bedeutet in der Praxis: Ein erheblicher Teil der Einnahmen muss direkt bei der Sitzung kassiert werden. Wer nur Bargeld oder TWINT-Überweisungen akzeptiert, schränkt sich unnötig ein – besonders bei Patient:innen ohne Zusatzversicherung, die den vollen Betrag selbst tragen.
Leistungstyp | Bezahlung | Wer kassiert direkt |
Akupunktur (nicht-ärztlich) | Zusatzversicherung oder Selbstzahler | Therapeutin direkt |
TCM-Kräutermedizin | Fast immer Selbstzahler | Therapeutin direkt |
Tuina-Massage | Zusatzversicherung oder Selbstzahler | Therapeutin direkt |
Naturheilkunde (nicht KVG) | Zusatzversicherung oder Selbstzahler | Therapeutin direkt |
Akupunktur (ärztlich) | KVG-pflichtig | Über Versicherung |
2. Typische Betragsranges und Zahlungsvolumen
In Schweizer TCM- und Naturheilpraxen liegen die Sitzungspreise typischerweise zwischen CHF 100 und CHF 200 pro Behandlung, je nach Therapiemethode, Dauer und Region. Erstgespräche mit ausführlicher Anamnese werden oft höher in Rechnung gestellt (CHF 150 bis CHF 250). Kräuterrezepturen werden separat verrechnet und liegen je nach Menge zwischen CHF 20 und CHF 80 pro Verordnung.
Wer als Einzelpraktikerin 15 bis 20 Sitzungen pro Woche durchführt und CHF 130 pro Sitzung kassiert, kommt auf einen monatlichen Direktumsatz von CHF 7'800 bis CHF 10'400. Bei diesem Volumen macht die Wahl des Zahlungsanbieters einen spürbaren Unterschied – nicht nur bei den Gebühren, sondern auch beim Verwaltungsaufwand durch offene Posten.
3. Terminal, Tap to Pay oder Payment Link: Was passt zur Einzelpraxis?
POS-Terminal an der Rezeption
Ein stationäres POS-Terminal eignet sich für Praxen mit Empfangsbereich. Patient:innen zahlen direkt nach der Sitzung. Das Nexgo N6 oder N86 von Payrexx ist derzeit kostenlos im Mietmodell erhältlich (regulär CHF 25/Monat), erfordert aber einen Standard- oder Premium-Plan. Das Terminal akzeptiert Karten, TWINT, Apple Pay, Google Pay und Samsung Pay.
Tap to Pay auf dem Android-Smartphone
Tap to Pay verwandelt ein NFC-fähiges Android-Smartphone (Android 8.1 oder höher) in ein Zahlungsterminal – ohne Hardware. Die Payrexx Tap to Pay App wird auf dem Android-Gerät installiert und mit dem Konto verbunden. Ideal für Praxen ohne Empfangsbereich oder wenn die Therapeutin direkt im Behandlungszimmer kassieren möchte. Tap to Pay ist in allen Plänen inkl. Free verfügbar. iPhone wird nicht unterstützt. Gebühren: Debit 0.95% + CHF 0.15, Kredit 1.25% + CHF 0.15, TWINT 1.25% + CHF 0.00 (Stand: Mai 2026).
Payment Link nach der Sitzung
Ein Payment Link wird im Payrexx-Dashboard erstellt und per SMS oder WhatsApp nach der Behandlung an die Patient:in gesendet. Diese bezahlt auf dem Smartphone. Besonders nützlich wenn der genaue Betrag erst nach der Sitzung feststeht – etwa wenn zusätzlich Kräuter verordnet werden. Payment Links funktionieren in allen Plänen inkl. Free. Online-Gebühren für TWINT: Standard 1.25% + CHF 0.18, für Karten: Standard 1.65% + CHF 0.18.
Lösung | Geeignet für | Plan-Voraussetzung | TWINT möglich |
POS-Terminal (Nexgo N6/N86) | Praxis mit Empfang | Standard / Premium | Ja |
Tap to Pay Android | Ohne Empfang, flexibel | Alle inkl. Free | Ja |
Payment Link | Variable Beträge, nach Sitzung | Alle inkl. Free | Ja |
QR Pay (statisch) | Ergänzend, sehr einfach | Alle inkl. Free | Ja |
4. TWINT als Standardmethode in der Komplementärpraxis
TWINT ist in Schweizer Komplementärpraxen besonders verbreitet – viele Patient:innen zahlen ohnehin per TWINT-Überweisung. Der Unterschied zu einem professionellen TWINT-Setup über einen PSP: Der Eingang ist strukturiert erfassbar, Rückerstattungen sind möglich und alle Transaktionen landen im selben Dashboard wie Kartenzahlungen. Die TWINT-Gebühr via Tap to Pay oder Terminal beträgt 1.25% ohne Fixgebühr – bei einer Sitzung von CHF 130 sind das CHF 1.63.
Ein statischer TWINT QR-Code via Payrexx QR Pay kostet 1.25% + CHF 0.00 pro Transaktion und kann als Aufsteller in der Praxis oder laminiert auf dem Behandlungstisch platziert werden. Patient:innen geben den Betrag selbst ein und bestätigen. Ideal als ergänzende Lösung oder wenn kein Gerät griffbereit ist.
5. Kräutermedizin und Zusatzleistungen: Separate Abrechnung
TCM-Kräuterrezepturen, Moxa-Behandlungen oder spezifische Diagnosetools werden oft separat in Rechnung gestellt und sind selten kassengedeckt. Hier empfiehlt sich ein Payment Link mit dem spezifischen Betrag, den die Therapeutin nach der Sitzung per WhatsApp sendet. Patient:innen können dann mit TWINT, Karte oder Mobile Wallet bezahlen – auch wenn sie die Praxis bereits verlassen haben.
Für Praxen die regelmässig Kräuter verordnen: Eine Payrexx Page mit Standardpaketen (z.B. 4-Wochen-Kräurerkur CHF 60, 8-Wochen CHF 110) spart Zeit und vermeidet individuelle Link-Erstellung bei jeder Verordnung.
6. Buchhaltung: Kassenpflichtige und nicht-kassenpflichtige Leistungen trennen
Für die Buchhaltung und die MWST-Abrechnung ist die saubere Trennung zwischen Zusatzversicherungs-Abrechnungen und Direktzahlungen wichtig. Komplementärmedizinische Leistungen bei anerkannten Therapeut:innen sind in der Regel MWST-befreit (Art. 21 Abs. 2 Ziff. 3 MWSTG). Kräuterprodukte und Nahrungsergänzungsmittel können hingegen MWST-pflichtig sein – das klärt die Treuhänderin.
Im Payrexx-Dashboard können alle Transaktionen mit einem Buchungstext versehen und als CSV exportiert werden. Das ermöglicht eine saubere Zuordnung: Sitzungshonorar (MWST-befreit) vs. Kräuterprodukt (ggf. MWST-pflichtig). Empfehlung: Konsequent einen Buchungstext pro Transaktion verwenden – z.B. 'Akupunktur', 'Kräuter', 'Erstgespräch'.
7. Kosten im Vergleich: Was lohnt sich ab welchem Umsatz?
Lösung | Monatliche Fixkosten | Gebühr CHF 130 TWINT | Gebühr CHF 130 Debit | Break-even vs. Free |
Payrexx Free + Tap to Pay | CHF 0 | CHF 1.63 (1.30%+0.30) | CHF 1.39 (0.95%+0.15) | – |
Payrexx Standard + Tap to Pay | CHF 19 | CHF 1.81 (1.25%+0.18) | CHF 1.39 (0.95%+0.15) | ab ~CHF 3'800/Monat |
Payrexx Standard + Terminal | CHF 19 + CHF 0* | CHF 1.81 (POS) | CHF 1.39 (POS) | POS aktuell kostenlos |
SumUp Air | CHF 0 | CHF 2.28 (1.75%) | CHF 2.28 (1.75%) | – |
* Nexgo N6 und N86 aktuell kostenlos im Mietmodell, solange Vorrat. Regulärpreis CHF 25/Monat. Stand: Mai 2026.
Checkliste: Kartenzahlung in der TCM- und Naturheilpraxis einrichten
Kläre welche Leistungen Du direkt kassierst: Sitzungshonorar, Kräuterrezepturen, Erstgespräche
Entscheide zwischen Tap to Pay (Android), POS-Terminal oder Payment Link – oder Kombination
Richte TWINT als Zahlungsmethode ein – Standard in der Schweizer Komplementärpraxis
Erstelle einen statischen QR-Pay-Code für die Praxis als einfache Ergänzungslösung
Verwende Payment Links für variable Beträge (Kräuter, Zusatzleistungen nach Sitzung)
Lege einen Buchungstext-Standard fest: z.B. 'Akupunktur', 'Kräuter', 'Erstgespräch'
Prüfe mit der Treuhänderin welche Leistungen MWST-pflichtig sind
Informiere Patient:innen bei der Terminbestätigung über die neuen Zahlungsmöglichkeiten
Payrexx bietet TCM- und Naturheilpraxen Tap to Pay, Payment Links, QR Pay und POS-Terminal aus einem einzigen Konto – mit TWINT, Debitkarte, Kreditkarte und Mobile Wallets ohne separate Verträge. Der Free-Plan mit Tap to Pay und Payment Links ist ein vollständiges Setup ohne Fixkosten für Einzelpraxen mit überschaubarem Transaktionsvolumen.
Häufige Fragen zur Kartenzahlung in TCM- und Naturheilpraxen
Welche Zahlungsmethoden sollte eine TCM-Praxis mindestens anbieten?
TWINT und Debitkarte (Visa/Mastercard) sind das Minimum. TWINT ist für Schweizer Patient:innen Standard, Debitkarte für alle die TWINT nicht nutzen.
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Muss ich als EMR-anerkannte Therapeutin Kartenzahlung anbieten?
Nein, es gibt keine gesetzliche Pflicht. Es ist aber eine Frage der Professionalität und reduziert offene Posten bei Direktzahlungen erheblich.
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Funktioniert Tap to Pay auf dem iPhone für TCM-Therapeutinnen?
Nein. Payrexx Tap to Pay ist aktuell nur für Android-Geräte verfügbar (Android 8.1+, NFC). iPhone wird nicht unterstützt.
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Wie hoch sind die TWINT-Gebühren bei CHF 130 Sitzungspreis?
Via Tap to Pay oder POS-Terminal: 1.25 % = CHF 1.63, keine Fixgebühr. Via Payment Link Standard: 1.25 % + CHF 0.18 = CHF 1.81. Via QR Pay: 1.25 % + CHF 0.00 = CHF 1.63. Stand: Mai 2026.
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Kann ich mit Payrexx auch Behandlungsserien vorauszahlen lassen?
Ja. Payment Links oder Payrexx Pages eignen sich für Serien-Vorauszahlungen. Du erstellst einen Link mit dem Serienbetrag und sendest ihn vor der ersten Sitzung.
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Wie trenne ich Kassen- und Selbstzahler-Anteile in der Buchhaltung?
Im Payrexx-Dashboard einen Buchungstext-Standard festlegen: z.B. 'Akupunktur Selbstzahler' vs. 'Akupunktur Eigenanteil Zusatzversicherung'. Alle Transaktionen können als CSV exportiert werden.
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