Kauf auf Rechnung im Schweizer Online-Shop: Modelle, Kosten und Anbieter im Überblick
Schweizer Online-Shops können Rechnungskauf heute auf vier verschiedene Arten anbieten: als klassische QR-Rechnung mit Zahlungsziel, als Buy Now Pay Later (BNPL) mit Risikoübernahme durch Anbieter wie Klarna oder CembraPay, als TWINT Später bezahlen oder als traditionelle Rechnung per Post. Jedes Modell unterscheidet sich grundlegend in Kosten, Risikoverteilung und Conversion-Wirkung — die richtige Wahl hängt von Warenkorbgrösse, Zielgruppe und Risikobereitschaft ab.
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Schweizer Online-Shops können Rechnungskauf heute auf vier verschiedene Arten anbieten: als klassische QR-Rechnung mit Zahlungsziel, als Buy Now Pay Later (BNPL) mit Risikoübernahme durch Anbieter wie Klarna oder CembraPay, als TWINT Später bezahlen oder als traditionelle Rechnung per Post. Jedes Modell unterscheidet sich grundlegend in Kosten, Risikoverteilung und Conversion-Wirkung — die richtige Wahl hängt von Warenkorbgrösse, Zielgruppe und Risikobereitschaft ab.
Dieser Guide zeigt Dir die vier Rechnungskauf-Modelle im Detail, vergleicht die Gebühren pro Transaktion und hilft Dir, das passende Modell für Deinen Schweizer Online-Shop zu wählen.
1. Was «Kauf auf Rechnung» in der Schweiz heute bedeutet — und warum es nicht mehr nur eine Rechnung ist
Der Begriff «Kauf auf Rechnung» umfasst in der Schweiz mittlerweile deutlich mehr als den klassischen Rechnungsversand per Post. Konsument:innen verstehen darunter jede Zahlungsmethode, bei der sie Ware zuerst erhalten und erst danach bezahlen — unabhängig davon, ob die Rechnung als QR-Code im E-Banking erscheint, über Klarna abgewickelt wird oder als TWINT-Benachrichtigung auf dem Smartphone landet.
Für Händler:innen ist diese Unterscheidung entscheidend, weil hinter jedem Modell eine andere Risikoverteilung, Kostenstruktur und technische Integration steht. Die Kernfrage lautet nicht «Soll ich Rechnungskauf anbieten?», sondern «Welches Rechnungskauf-Modell passt zu meinem Geschäft?».
Laut der Onlinehändlerbefragung der ZHAW bieten rund 70 % der Schweizer Online-Händler:innen eine Form von Rechnungskauf an. Das E-Commerce Stimmungsbarometer der HWZ bestätigt, dass Kauf auf Rechnung mit rund 70 % Beliebtheit nach wie vor zu den meistgewünschten Zahlungsarten bei Schweizer Konsument:innen gehört.
2. Die vier Modelle im Überblick: Klassische Rechnung, QR-Rechnung, BNPL mit Risikoübernahme, TWINT Später bezahlen
Die vier Modelle unterscheiden sich in einem zentralen Punkt: Wer trägt das Risiko, wenn die Kundschaft nicht bezahlt?
Modell 1: Klassische Rechnung (Eigenrisiko)
Du versendest die Ware zusammen mit einer Rechnung — per Post oder PDF per E-Mail. Die Kundschaft hat typischerweise 10 bis 30 Tage Zahlungsfrist. Du trägst das volle Ausfallrisiko und bist für Mahnwesen und Inkasso selbst verantwortlich. Transaktionsgebühren fallen keine an, dafür entstehen Kosten durch Zahlungsausfälle und Administration.
Modell 2: QR-Rechnung im Checkout
Die Schweizer QR-Rechnung (Swiss QR Invoice) wird als Zahlungsmethode im Checkout angeboten. Käufer:innen erhalten nach Bestellung eine QR-Rechnung, die sie über ihre E-Banking-App oder per Scan bezahlen. Der Zahlungsabgleich erfolgt automatisch über CAMT.054-Meldungen der Bank. Das Ausfallrisiko liegt bei Dir als Händler:in. Die Kosten via Payrexx Pay betragen 0,60 % (Free) bzw. 0,50 % (Standard/Premium) ohne Fixgebühr.
Modell 3: BNPL mit Risikoübernahme (Klarna, CembraPay, POWERPAY)
Buy Now Pay Later-Anbieter (BNPL) übernehmen die Bonitätsprüfung und das Ausfallrisiko komplett. Die Kundschaft bezahlt an den BNPL-Anbieter, Du erhältst Dein Geld garantiert — abzüglich einer Transaktionsgebühr. Klarna berechnet bei Payrexx 2,40 % + CHF 0.30 (Free/Standard) bzw. 1,60 % + CHF 0.20 (Premium). CembraPay und POWERPAY werden als externe Drittanbieter angebunden, mit separaten Konditionen.
Modell 4: TWINT Später bezahlen
TWINT Später bezahlen ist ein Schweizer BNPL-Produkt, das von Swissbilling betrieben wird. Käufer:innen wählen TWINT an der Kasse und entscheiden sich für die Option «Später bezahlen» — sie erhalten eine Zahlungsfrist von 30 Tagen. Die Bonitätsprüfung läuft im Hintergrund. Transaktionsgebühren betragen 2,30 % + CHF 0.30 (Free) bzw. 2,30 % + CHF 0.18 (Standard/Premium).
Modell | Risikoübernahme | Bonitätsprüfung | Gebühren Händler:in | Zahlungsfrist Kund:in | Integration |
Klassische Rechnung | Händler:in | Keine | CHF 0 (+ Ausfallrisiko) | 10–30 Tage | Manuell / ERP |
QR-Rechnung (Payrexx Pay) | Händler:in | Keine | 0,50–0,60 % | Individuell (z. B. 30 Tage) | PSP-Checkout |
Klarna (BNPL) | Klarna | Echtzeit | 1,60–2,40 % + Fix | 14–30 Tage (oder Raten) | PSP-Checkout |
CembraPay / POWERPAY | Anbieter | Echtzeit | Individuell | 30 Tage (oder Raten) | Drittanbieter-Plugin |
TWINT Später bezahlen | Swissbilling | Echtzeit | 2,30 % + Fix | 30 Tage | PSP-Checkout |
3. Wer trägt das Risiko? Eigenrisiko vs. garantierte Zahlung durch Drittanbieter
Die Risikoverteilung ist der zentrale Unterschied zwischen den Modellen. Bei der klassischen Rechnung und der QR-Rechnung trägst Du als Händler:in das volle Ausfallrisiko. Wenn eine Kundin nicht bezahlt, musst Du selbst mahnen, allenfalls betreiben lassen und im schlimmsten Fall den Betrag abschreiben.
Bei BNPL-Anbietern wie Klarna, CembraPay oder POWERPAY sowie bei TWINT Später bezahlen liegt das Risiko beim Anbieter. Du erhältst den Rechnungsbetrag abzüglich der Transaktionsgebühr — unabhängig davon, ob die Kundschaft am Ende tatsächlich bezahlt. Dieser Schutz hat seinen Preis: Die Transaktionsgebühren sind höher als bei der QR-Rechnung.
Konkret: Bei einem Warenkorb von CHF 120 zahlst Du mit der QR-Rechnung via Payrexx Pay rund CHF 0.60–0.72 an Gebühren. Mit Klarna (Standard) fallen CHF 3.18 an (2,40 % + CHF 0.30). Dafür trägst Du bei Klarna kein Ausfallrisiko. Die Frage ist also: Wie hoch ist Deine tatsächliche Ausfallquote, und rechtfertigt sie die höheren BNPL-Gebühren?
4. Was Rechnungskauf den Händler kostet: Gebührenstruktur der verschiedenen Modelle
Die Kostenstruktur variiert je nach Modell erheblich. Hier die Gebühren im direkten Vergleich für Schweizer Transaktionen:
Zahlungsmethode | Free-Plan | Standard-Plan | Premium-Plan |
Kauf auf Rechnung (QR-Rechnung via Payrexx Pay) | 0,60 % | 0,50 % | 0,50 % |
Klarna | 2,40 % + CHF 0.30 | 2,40 % + CHF 0.30 | 1,60 % + CHF 0.20 |
TWINT Später bezahlen | 2,30 % + CHF 0.30 | 2,30 % + CHF 0.18 | 2,30 % + CHF 0.18 |
Zum Vergleich: Visa/Mastercard | 2,50 % + CHF 0.30 | 1,65 % + CHF 0.18 | 1,35 % + CHF 0.18 |
Bei CembraPay, POWERPAY und Ideal Payment gelten individuelle Konditionen, die Du direkt mit dem Anbieter vereinbarst. Zusätzlich fällt bei der Anbindung über einen externen Zahlungsanbieter ein Payrexx-Aufschlag an: 1,00 % (Free), 0,50 % (Standard) oder 0,25 % (Premium).
Rechenbeispiel: Bei einem durchschnittlichen Warenkorb von CHF 150 und 500 Rechnungskauf-Bestellungen pro Monat sieht die Kostenrechnung im Standard-Plan so aus: QR-Rechnung kostet Dich CHF 375 pro Monat (0,50 % × CHF 75’000). Klarna kostet CHF 1’950 (2,40 % + CHF 0.30 × 500). Der Unterschied von rund CHF 1’575 pro Monat ist der Preis für die komplette Risikoübernahme durch Klarna.
5. Anbieter in der Schweiz: Klarna, CembraPay, POWERPAY, TWINT und weitere im Vergleich
Der Schweizer Markt kennt mehrere etablierte Rechnungskauf-Anbieter mit unterschiedlichen Stärken:
Klarna ist der international bekannteste BNPL-Anbieter. In der Schweiz bietet Klarna Rechnungskauf (14 oder 30 Tage), Ratenzahlung und Sofortzahlung an. Klarna übernimmt Bonitätsprüfung und Ausfallrisiko vollständig. Verfügbar in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien.
CembraPay (Cembra Money Bank) ist ein Schweizer Anbieter, der Rechnungskauf mit und ohne Teilzahlungsoption anbietet. CembraPay richtet sich an mittlere bis grosse Shops und bietet garantierte Auszahlung. Die Konditionen werden individuell vereinbart.
POWERPAY (MF Group AG) ist ebenfalls ein Schweizer Anbieter mit Fokus auf Rechnungskauf und Teilzahlung. POWERPAY übernimmt Bonitätsprüfung und Inkasso. Besonders verbreitet im Schweizer Fashion- und Lifestyle-Segment.
Ideal Payment richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, die Konditionen individuell vereinbaren und Prozesse an ihr Geschäftsmodell anpassen möchten. Die Einstiegshürde ist niedriger als bei CembraPay oder POWERPAY.
TWINT Später bezahlen ist kein eigenständiger BNPL-Anbieter, sondern eine Funktion innerhalb der TWINT-App, betrieben von Swissbilling. Der Vorteil: Käufer:innen müssen kein neues Konto anlegen — sie nutzen ihre bestehende TWINT-App. Die Reichweite in der Schweiz ist entsprechend hoch.
Anbieter | Rechnungskauf | Ratenzahlung | Risikoübernahme | Verfügbar in | Integration via Payrexx |
Ja (14/30 Tage) | Ja | Ja | CH, DE, AT, FR, IT | Payrexx Pay Plus (direkt) | |
Ja (30 Tage) | Ja | Ja | CH | Drittanbieter | |
Ja (30 Tage) | Ja | Ja | CH | Drittanbieter | |
Ja (individuell) | Individuell | Ja | CH | Drittanbieter | |
Ja (30 Tage) | Nein | Ja (Swissbilling) | CH | Payrexx Pay (direkt) | |
Ja (individuell) | Nein | Nein (Eigenrisiko) | CH | Payrexx Pay (direkt) |
6. Welches Modell passt zu welchem Shop? Entscheidungshilfe nach Branche und Risikoprofil
Die Wahl des richtigen Modells hängt von drei Faktoren ab: Warenkorbgrösse, Zielgruppe und Risikobereitschaft.
Kleine Warenkörbe unter CHF 50 (z. B. Lebensmittel, Kosmetik): Hier fressen die Fixgebühren der BNPL-Anbieter einen unverhältnismässig grossen Anteil. Die QR-Rechnung oder TWINT Später bezahlen ohne Fixgebühr sind oft wirtschaftlicher.
Mittlere Warenkörbe von CHF 50 bis 200 (z. B. Mode, Bücher, Haushalt): Der Sweet Spot für BNPL. Klarna und TWINT Später bezahlen bieten hier den besten Kompromiss aus Kosten und Risikoschutz. Die Conversion-Wirkung ist in diesem Segment besonders stark, weil Kund:innen die Ware vor dem Bezahlen prüfen wollen.
Grosse Warenkörbe über CHF 200 (z. B. Elektronik, Möbel, Sport): BNPL mit Ratenzahlung (Klarna) wird zum Conversion-Treiber. Aber auch die QR-Rechnung mit klarem Zahlungsziel funktioniert hier — vorausgesetzt, Du hast ein funktionierendes Mahnwesen.
Stammkund:innen mit bekannter Zahlungshistorie: Die QR-Rechnung oder klassische Rechnung reicht. Das Ausfallrisiko ist gering, die Gebühren sind minimal.
Neukund:innen ohne Kaufhistorie: BNPL mit Risikoübernahme. Hier ist das Ausfallrisiko am höchsten, und die Bonitätsprüfung durch Klarna oder CembraPay schützt Dich.
Checkliste: Rechnungskauf im Schweizer Online-Shop einrichten
Definiere Dein Risikoprofil: Bist Du bereit, Ausfallrisiko selbst zu tragen, oder willst Du es auslagern?
Prüfe Deine durchschnittliche Warenkorbgrösse: Bei kleinen Beträgen unter CHF 50 sind Fixgebühren besonders relevant.
Vergleiche die Transaktionsgebühren: Rechne mit Deinem tatsächlichen Bestellvolumen, nicht mit Richtwerten.
Entscheide, ob Du eine oder mehrere Rechnungskauf-Methoden parallel anbieten willst — z. B. QR-Rechnung + Klarna.
Kläre die Integration: Ist Dein PSP oder Shop-System kompatibel mit den gewünschten Anbietern?
Richte ein Mahnwesen ein, falls Du QR-Rechnung oder klassische Rechnung anbietest (Eigenrisiko).
Teste die Checkout-Erfahrung: Wird die Rechnungskauf-Option klar und verständlich dargestellt?
Informiere Dich über die Bonitätsprüfung: Welche Daten werden erhoben, und wie wirkt sich eine Ablehnung auf die Kund:innen-Erfahrung aus?
Payrexx bietet Schweizer Online-Shops mehrere Rechnungskauf-Modelle über ein einziges Dashboard: QR-Rechnung und TWINT Später bezahlen sind direkt über Payrexx Pay verfügbar, Klarna über Payrexx Pay Plus. Zusätzlich können CembraPay, POWERPAY und Ideal Payment als externe Drittanbieter angebunden werden. Alle Methoden lassen sich parallel aktivieren — Händler:innen wählen pro Bestellung nicht selbst, sondern die Kundschaft entscheidet im Checkout, welche Variante sie bevorzugt.
Häufige Fragen zum Rechnungskauf im Schweizer Online-Shop
Was kostet Kauf auf Rechnung für Händler:innen in der Schweiz?
Die Kosten hängen vom Modell ab. Die QR-Rechnung kostet 0,50–0,60 % ohne Fixgebühr. BNPL-Anbieter wie Klarna berechnen 1,60–2,40 % plus eine Fixgebühr von CHF 0.20–0.30 pro Transaktion, übernehmen dafür aber das Ausfallrisiko.
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Welche Rechnungskauf-Anbieter gibt es in der Schweiz?
Die wichtigsten Anbieter sind Klarna, CembraPay (Cembra Money Bank), POWERPAY (MF Group), Ideal Payment und TWINT Später bezahlen (Swissbilling). Zusätzlich können Händler:innen die QR-Rechnung als Eigenrisiko-Variante über ihren PSP anbieten.
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Ist Kauf auf Rechnung in der Schweiz immer noch beliebt?
Ja. Laut dem E-Commerce Stimmungsbarometer der HWZ gehört Kauf auf Rechnung mit rund 70 % Beliebtheit zu den meistgewünschten Zahlungsarten in der Schweiz. Rund 70 % der Schweizer Online-Händler:innen bieten eine Form von Rechnungskauf an.
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Was ist der Unterschied zwischen Kauf auf Rechnung und BNPL?
Klassischer Kauf auf Rechnung bedeutet, dass der Händler eine Rechnung stellt und das Ausfallrisiko selbst trägt. Bei BNPL (Buy Now Pay Later) übernimmt ein spezialisierter Anbieter wie Klarna oder CembraPay die Bonitätsprüfung und garantiert die Zahlung an den Händler.
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Kann ich mehrere Rechnungskauf-Methoden gleichzeitig anbieten?
Ja. Viele Schweizer Online-Shops bieten mehrere Varianten parallel an — zum Beispiel QR-Rechnung für Stammkund:innen und Klarna für Neukund:innen. Die Kundschaft wählt im Checkout selbst.
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Für welche Shops lohnt sich BNPL mit Risikoübernahme besonders?
BNPL lohnt sich besonders für Shops mit vielen Neukund:innen, mittleren bis grossen Warenkörben (CHF 50–500) und Branchen mit hoher Retourenquote wie Mode oder Schuhe.
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