Spenden sammeln als Schweizer Verein – online, vor Ort und steuerlich korrekt

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Schweizer Vereine sammeln Spenden am effizientesten über ein Online-Spendenformular mit mehreren Zahlungsmitteln (TWINT, Kreditkarte, PostFinance), ergänzt durch QR-Code-Spenden vor Ort an Events und in Printmaterialien. Wiederkehrende Gönnerbeiträge lassen sich über automatische monatliche Abbuchungen einrichten. Damit Spender ihre Beiträge steuerlich absetzen können, muss der Verein als gemeinnützig anerkannt und von der kantonalen Steuerbehörde steuerbefreit sein.

Dieser Guide zeigt dir, wie du als Förderverein, Tierverein, Elternverein oder soziales Projekt ein Spendenformular einrichtest, QR-Code-Spenden vor Ort anbietest, wiederkehrende Spenden aktivierst und die steuerlichen Grundlagen für Spendenbescheinigungen erfüllst.

1. Spendenkanäle für Schweizer Vereine: Online, vor Ort und im Print

Unter Fundraising versteht man die systematische Beschaffung von Geld- und Sachmitteln für gemeinnützige Zwecke. Für Schweizer Vereine stehen heute vier zentrale Spendenkanäle zur Verfügung, die sich ergänzen und parallel betrieben werden sollten.

Der erste und wichtigste Kanal ist das Online-Spendenformular auf der Vereinswebseite. Spender geben den Betrag ein (oder wählen einen vorgeschlagenen Betrag), wählen TWINT, Kreditkarte oder PostFinance und spenden in wenigen Sekunden. Der zweite Kanal ist der QR-Code vor Ort – gedruckt auf Flyern, Plakaten, am Infostand oder im Schaufenster. Der dritte Kanal ist der Zahlungslink (Paylink) in Newslettern, E-Mails und Social-Media-Posts. Der vierte Kanal sind wiederkehrende Spenden (Recurring Donations) – monatliche Gönnerbeiträge, die automatisch abgebucht werden.

2. Online-Spendenformular einrichten: Was du brauchst

Ein Spendenformular ist eine auf deiner Webseite eingebettete oder gehostete Zahlungsseite, die speziell für Spendeneingänge konfiguriert ist. Im Gegensatz zu einem normalen Webshop gibt es keinen Warenkorb, sondern ein Betrags-Auswahlfeld und optional persönliche Angaben des Spenders für die Spendenbescheinigung.

2.1 Elemente eines guten Spendenformulars

Das Formular sollte das Vereinslogo und die Vereinsfarben tragen, damit Spender es sofort dem Verein zuordnen. Biete 3–4 vorgeschlagene Beträge an (z. B. CHF 20, CHF 50, CHF 100, CHF 200) plus ein Freifeld für individuelle Beträge. Ermögliche die Auswahl zwischen einmaliger und wiederkehrender Spende (monatlich, vierteljährlich, jährlich). Zeige nach der Zahlung eine Dankesseite mit Bestätigung und dem Hinweis auf die Spendenbescheinigung.

2.2 Anbieter für Spendenformulare in der Schweiz

Die folgende Tabelle vergleicht die gängigsten Lösungen für Schweizer Vereine.

Kriterium

Spendenplattform (z. B. RaiseNow, FundraisingBox)

PSP mit Spendenformular (z. B. Payrexx, HypiPay)

Vereinssoftware (z. B. ClubDesk + TWINT)

Fokus

Fundraising-Spezialist

Zahlungsabwicklung mit Spenden-Tool

Vereinsverwaltung mit Zahlungsfunktion

Zahlungsmittel

TWINT, Kreditkarte, PayPal, PostFinance

TWINT, Kreditkarte, PostFinance, Apple Pay, Google Pay

QR-Rechnung + TWINT (via RaiseNow)

Wiederkehrende Spenden

Ja (Kernfunktion)

Ja (je nach Anbieter)

Teilweise

Anpassbarkeit

Hoch (Logo, Farben, Fortschrittsbalken)

Mittel–Hoch (Logo, Farben, Beträge)

Gering (Standard-QR)

Transaktionsgebühren

ca. 1.3–2.9 % je nach Plan und Zahlungsmittel

ca. 1.3–2.5 % je nach Abo

ca. 1.3–2.5 % (TWINT QR Pay Plus: 2.5 %)

Fixkosten

ab CHF 0 (Free-Plan) bis CHF 99/Mt.

ab CHF 0 (Free-Abo) bis CHF 49/Mt.

ab CHF 10–25/Mt. (Software)

Ideal für

Grosse NPOs mit professionellem Fundraising

Kleine–mittlere Vereine, die ein einfaches Formular brauchen

Vereine, die bereits ClubDesk/Webling nutzen

 

Tipp: Für Vereine mit weniger als 500 Spendern pro Jahr ist ein PSP mit integriertem Spendenformular oft die einfachste und günstigste Lösung. Professionelle Fundraising-Plattformen lohnen sich ab einem Spendenaufkommen von mehreren zehntausend Franken jährlich.

3. QR-Code-Spende vor Ort: Am Stand, auf dem Flyer, im Schaufenster

Ein QR-Code, der auf ein Spendenformular oder eine Zahlungsseite führt, ist die einfachste Möglichkeit, vor Ort bargeldlose Spenden zu sammeln. Der Spender scannt den Code mit dem Smartphone, wählt den Betrag und das Zahlungsmittel und spendet in Sekunden – ohne Bargeld, ohne Spendenbüchse.

Es gibt zwei Varianten. Ein TWINT-only-QR (z. B. über RaiseNow) funktioniert ausschliesslich mit der TWINT-App. Ein Multi-Zahlungsmittel-QR (z. B. über einen PSP wie Payrexx oder HypiPay) führt auf eine Zahlungsseite, die TWINT, Kreditkarten, PostFinance und Wallets akzeptiert. Für Vereine mit internationalem Publikum (z. B. Tierheime mit Touristen, Kulturvereine in Grenznähe) ist der Multi-Zahlungsmittel-QR die flexiblere Wahl.

Drucke den QR-Code in mindestens 5 × 5 cm auf Flyer, Plakate, Roll-ups oder Aufkleber. Beschrifte ihn klar: «Jetzt spenden – QR-Code scannen». Teste den Code vor dem Druck mit verschiedenen Smartphones. Laminiere Ausdrucke am Stand gegen Witterung.

4. Wiederkehrende Spenden: Gönnerbeiträge automatisieren

Wiederkehrende Spenden (Recurring Donations) sind für gemeinnützige Vereine der wertvollste Spendentyp: Sie sorgen für planbaren, regelmässigen Cashflow. Ein Gönner, der monatlich CHF 20 spendet, bringt dem Verein im Jahr CHF 240 – oft mehr als eine einmalige Spontanspende.

Technisch funktionieren Recurring Donations über eine Kreditkarten-Tokenisierung oder ein Lastschriftmandat. Der Spender autorisiert einmalig die wiederkehrende Belastung, der Payment Service Provider (PSP) bucht den Betrag automatisch ab. Auf dem Spendenformular bietest du die Option «Monatlich spenden» neben «Einmalig spenden» an. Die meisten Fundraising-Plattformen und PSPs wie RaiseNow, FundraisingBox oder Payrexx unterstützen diese Funktion.

Für die Kommunikation empfiehlt es sich, den Begriff «Gönner» oder «Patin/Pate» zu verwenden statt «Abonnent». Das erzeugt emotionale Bindung. Biete verschiedene Gönnerstufen an – z. B. «Bronze-Gönner: CHF 10/Mt.», «Silber-Gönner: CHF 25/Mt.», «Gold-Gönner: CHF 50/Mt.» – und kommuniziere, was jede Stufe konkret bewirkt.

5. Paylink in Newsletter und Social Media

Ein Paylink ist eine URL, die direkt auf dein Spendenformular führt. Du kannst ihn in jeden digitalen Kanal einbetten: Newsletter, E-Mail-Signatur, Facebook-Post, Instagram-Bio, WhatsApp-Nachricht. Der Vorteil gegenüber einem QR-Code: Der Empfänger muss nicht scannen, sondern klickt einfach auf den Link.

Für Social-Media-Kampagnen empfiehlt sich ein sprechender Link (z. B. «verein-name.ch/spenden»), der auf das Spendenformular weiterleitet. Erzähle in der Nachricht eine konkrete Geschichte: «Mit CHF 50 finanzierst du einen Monat Futter für ein Pflegetier» wirkt stärker als «Bitte spende». Nutze den Link auch in automatisierten Dankes-E-Mails: «Danke für deine Spende! Möchtest du uns regelmässig unterstützen? [Link]».

6. Steuerliche Grundlagen: Spendenbescheinigung und Gemeinnützigkeit

Damit Spender ihre Beiträge in der Steuererklärung abziehen können, muss der Verein als gemeinnützig anerkannt und von der kantonalen Steuerbehörde steuerbefreit sein. Eine Steuerbefreiung wegen Gemeinnützigkeit ist nicht automatisch – der Verein muss ein Gesuch bei der kantonalen Steuerverwaltung am Sitzort einreichen.

6.1 Voraussetzungen für die Steuerbefreiung

Der Vereinszweck muss dem Gemeinwohl dienen (Altruismusprinzip) – das heisst, die Tätigkeit kommt nicht nur den eigenen Mitgliedern zugute. Kein Gewinn darf an Mitglieder ausgeschüttet werden (Desinteressement). Bei Auflösung muss das Vereinsvermögen an eine andere gemeinnützige Organisation fallen (Unwiderruflichkeit). Sport- und Kulturvereine, die primär ihren Mitgliedern dienen, erfüllen diese Kriterien in der Regel nicht.

6.2 Spendenbescheinigung ausstellen

Nur steuerbefreite Vereine dürfen Spendenbescheinigungen ausstellen. Die Form ist nicht vorgeschrieben, aber die Bescheinigung muss den Namen des Vereins, den Namen des Spenders und die Höhe des Betrags enthalten. Spender können Zuwendungen an gemeinnützige Organisationen bei der Bundessteuer und in den meisten Kantonen bis zu 20 % des Nettoeinkommens abziehen. Der Mindestbetrag liegt in der Regel bei CHF 100 pro Jahr.

Wichtig: Dieser Abschnitt ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung. Die kantonalen Regelungen unterscheiden sich erheblich. Prüfe die aktuellen Vorgaben bei der kantonalen Steuerverwaltung deines Sitzkantones oder beim Zewo-Verzeichnis steuerbefreiter Organisationen.

7. Kosten im Vergleich: Was kostet ein digitales Spendensystem?

Die folgende Beispielrechnung zeigt die jährlichen Kosten für einen Verein, der CHF 15’000 an Spenden pro Jahr einsammelt (ca. 200 Einzelspenden mit einem Durchschnitt von CHF 75).

Kostenfaktor

TWINT-only (RaiseNow Free)

PSP-Spendenformular (Free-Abo)

Fundraising-Plattform (Basis)

Fixkosten/Mt.

CHF 0

CHF 0

ab CHF 0–49

Transaktionsgebühren (Durchschnitt)

ca. 1.3–2.5 %

ca. 1.65 % + 0.18 CHF

ca. 1.5–2.9 %

Jahreskosten (CHF 15’000 Spenden)

ca. CHF 195–375

ca. CHF 284–411

ca. CHF 225–435 + Fixkosten

Zahlungsmittel

Nur TWINT

TWINT, Kreditkarte, PostFinance, Wallets

TWINT, Kreditkarte, PayPal, PostFinance

Wiederkehrende Spenden

Nein (im Free-Plan)

Ja

Ja

Individuelle Dankesseite

Nein

Ja

Ja

NPO-Rabatt

Nein (bereits günstig)

50 % auf Abo (bei Payrexx)

Teilweise

 

Hinweis: Die Gebühren sind Richtwerte für Schweizer Inlandtransaktionen (Stand 2026). TWINT-Transaktionen kosten in der Regel 1.3–1.5 %, Kreditkartenzahlungen ca. 1.65 % + Fixbetrag. TWINT QR Pay Plus über RaiseNow liegt bei ca. 2.5 %. Prüfe die aktuellen Konditionen beim Anbieter.

8. Checkliste: Spenden sammeln als Schweizer Verein

  • Vereinszweck in den Statuten prüfen: Ist der Zweck gemeinnützig formuliert?

  • Steuerbefreiung beim Kanton beantragt oder vorhanden? (Voraussetzung für Spendenbescheinigungen)

  • Vereinskonto (IBAN) bei einer Schweizer Bank eröffnet

  • PSP- oder Fundraising-Plattform-Konto eröffnet und verifiziert

  • Spendenformular eingerichtet: Logo, Farben, 3–4 Spendenbeträge, Freifeld, Dankesseite

  • Wiederkehrende Spenden aktiviert (monatlich, vierteljährlich)

  • QR-Code erstellt, getestet und für Print vorbereitet (mind. 5 × 5 cm)

  • Paylink in Newsletter, E-Mail-Signatur und Social-Media-Profilen eingebettet

  • Spendenbescheinigung vorbereitet (falls steuerbefreit): Vorlage mit Vereinsname, Spendername, Betrag

  • Prozess für jährliche Sammel-Spendenbescheinigung definiert (z. B. im Januar für das Vorjahr)

 

Payrexx bietet für Vereine ein anpassbares Spendenformular mit TWINT, Kreditkarte, PostFinance und Mobile Wallets – gehostet ohne eigene Webseite. Das Formular lässt sich mit Logo, Farben und individuellen Spendenbeträgen konfigurieren und unterstützt wiederkehrende Spenden.

Anerkannte gemeinnützige Organisationen erhalten 50 % Rabatt auf alle kostenpflichtigen Abonnements. Das Free-Abo hat keine monatlichen Fixkosten – der Verein zahlt nur Transaktionsgebühren bei tatsächlichen Spendeneingängen.

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Quellen und Links

Weiterführende Quellen zu Spenden und Fundraising für Schweizer Vereine

Häufige Fragen zum Spenden sammeln für Schweizer Vereine

Darf jeder Schweizer Verein Spenden sammeln?

Ja, grundsätzlich darf jeder Schweizer Verein Spenden sammeln – eine Bewilligung ist dafür nicht erforderlich. Eine Spendenbescheinigung für den Steuerabzug darf jedoch nur ein Verein ausstellen, der von der kantonalen Steuerbehörde als gemeinnützig anerkannt und steuerbefreit ist.

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Wie richte ich ein Online-Spendenformular für meinen Verein ein?

Registriere dich bei einem Schweizer PSP oder einer Fundraising-Plattform, erstelle ein Spendenformular mit deinem Logo, wähle 3–4 vorgeschlagene Beträge und aktiviere die gewünschten Zahlungsmittel (TWINT, Kreditkarte, PostFinance). Das Formular kann auf deiner Webseite eingebettet oder als eigenständige Seite gehostet werden.

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Welche Transaktionsgebühren fallen bei Online-Spenden an?

Die Gebühren liegen je nach Zahlungsmittel und Anbieter zwischen 1.3 und 2.9 % pro Transaktion. TWINT-Spenden kosten in der Regel 1.3–1.5 %, Kreditkartenzahlungen ca. 1.65 % plus einen Fixbetrag. Einige Anbieter bieten Free-Pläne ohne monatliche Grundgebühr an.

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Kann ich mit einem QR-Code vor Ort Spenden sammeln?

Ja. Drucke einen QR-Code, der auf dein Spendenformular führt, und bringe ihn am Infostand, auf Flyern, Plakaten oder im Schaufenster an. Spender scannen den Code mit ihrem Smartphone und spenden per TWINT, Kreditkarte oder einem anderen Zahlungsmittel.

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Wie funktionieren wiederkehrende Spenden (Gönnerbeiträge)?

Der Spender autorisiert einmalig eine monatliche Belastung auf seiner Kreditkarte. Der PSP bucht den Betrag dann automatisch jeden Monat ab, bis der Spender kündigt. Auf dem Spendenformular bietest du neben «Einmalig» die Option «Monatlich» an.

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Bis zu welchem Betrag können Spender ihre Spende in der Schweiz steuerlich absetzen?

Bei der Bundessteuer und in den meisten Kantonen können natürliche Personen Spenden an gemeinnützige Organisationen bis zu 20 % ihres Nettoeinkommens abziehen. Der Mindestbetrag liegt in der Regel bei CHF 100 pro Jahr und Empfänger. Juristische Personen können bis zu 20 % des Reingewinns abziehen.

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Brauche ich eine eigene Webseite, um online Spenden zu sammeln?

Nein. Viele PSPs und Fundraising-Plattformen bieten gehostete Spendenformulare an, die auf einer eigenen URL des Anbieters laufen. Du erhältst einen Link, den du per E-Mail, Social Media oder QR-Code teilen kannst – ohne eigene Webseite.

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