Worldline vs. Payrexx: POS-Terminal-Vergleich für Schweizer KMU

Worldline ist der grösste Schweizer POS-Anbieter – aber sein Interchange++-Modell macht die Endkosten für KMU schwer kalkulierbar. Dieser Guide vergleicht Worldline und Payrexx konkret: Gebührenstruktur, internationale Karten, TWINT, Online-Zahlungen und Support – damit Du weisst, welcher Anbieter zu Deinem Betrieb passt.

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Wer in der Schweiz ein Kartenterminal sucht, stösst fast zwangsläufig auf Worldline – der grösste Schweizer POS-Anbieter mit langer Marktdominanz. Doch für KMU, Selbständige und mobile Händler:innen stellt sich die Frage: Ist Worldline mit seinem Interchange++-Modell wirklich die günstigste und einfachste Wahl – oder lohnt sich ein Blick auf neuere Alternativen mit transparentem Festpreismodell?

Dieser Guide vergleicht Worldline und Payrexx konkret für den Schweizer POS-Alltag: Gebührenstruktur, Zahlungsmethoden, Onboarding und Support – damit Du weisst, welcher Anbieter zu Deinem Betrieb passt.

1. Das Kernproblem: Interchange++ vs. Blended Pricing

Der wichtigste Unterschied zwischen Worldline und Payrexx ist nicht die absolute Gebührenhöhe – sondern die Kalkulierbarkeit.

Worldline verwendet das Interchange++-Modell: Du zahlst eine Worldline-Servicegebühr plus die Interchange-Fee des Kartennetzwerks (Visa, Mastercard) plus allfällige Zuschläge. Die Interchange variiert nach Kartentyp, Herkunftsland und Händlerkategorie. Was eine Transaktion am Ende kostet, hängt davon ab, welche Karte Dein Kunde zückt.

Payrexx verwendet Blended Pricing: Eine fixe Rate pro Zahlungsmethode, unabhängig vom Kartentyp. Debitkarte POS kostet immer 0.95% + CHF 0.15 – egal ob es eine Schweizer Standardkarte oder eine Premium-Debitkarte ist.

Was Interchange++ für KMU konkret bedeutet

Die folgende Tabelle zeigt, wie sich Worldline-Gebühren zusammensetzen und warum der Endpreis schwer vorherzusagen ist (Stand: Worldline Preisblatt ab Februar 2026):

 

Gebührenkomponente Worldline

Was das bedeutet

Interchange-Fee (Kartenherausgeber)

Variiert nach Kartentyp, Herkunft und Händlerkategorie – nicht fix

Servicegebühr Worldline (Mindestgebühr CHF 0.20)

Aufschlag pro Transaktion zusätzlich zum Interchange

Zuschlag int. Karten (INTRA: +0.98%, INTER: +1.30%)

Für Karten ausserhalb der Schweiz – häufig bei Touristen

Zuschlag Firmenkarten (+1.30%)

Für Business-/Corporate-Karten – üblicher im B2B-Umfeld

Ergebnis für Händler

Endgebühr schwankt je nach Kartentyp und Herkunft

 

Für KMU ohne Finanzabteilung bedeutet das: Die Worldline-Monatsabrechnung enthält eine Liste von Zuschlägen, die sich aus dem Kundenmix ergeben – und die sich von Monat zu Monat unterscheiden können.

2. Gebührenvergleich: Was eine Transaktion wirklich kostet

Der direkte Vergleich ist schwierig, weil Worldline keine öffentlichen Endpreise nennt – das Preisblatt zeigt nur die Servicegebühren, nicht den Interchange-Anteil. Die folgende Tabelle zeigt realistische Schätzwerte für typische Schweizer KMU-Szenarien (Stand: Mai 2026):

 

Szenario (CHF 50 Bon)

Worldline (geschätzt*)

Payrexx Standard

Differenz

Schweizer Debitkarte

~CHF 0.50–0.70 (Interchange ca. 0.2–0.4% + Servicegebühr)

CHF 0.63 (0.95%+0.15)

Ähnlich, aber Payrexx fix

Schweizer Kreditkarte

~CHF 0.80–1.20 (Interchange ca. 0.8–1.0% + Servicegebühr)

CHF 0.78 (1.25%+0.15)

Ähnlich, Payrexx transparenter

TWINT

CHF 0.15 (Mindestgebühr)

CHF 0.63 (1.25% flat)

Worldline bei Kleinbeträgen

 

* Worldline-Schätzwerte basieren auf dem öffentlichen Preisblatt (Servicegebühren) plus typischen Interchange-Richtwerten der Kartennetzwerke. Effektive Kosten hängen vom individuellen Händlervertrag ab.

Wichtig: Bei ausländischen Karten (Touristen, Geschäftsreisende) schlägt der Worldline-Zuschlag von 0.98–1.30% erheblich zu Buche. Payrexx hat keinen separaten Internationalzuschlag – die Blended Rate gilt für alle Karten.

3. Payrexx POS-Gebühren im Detail

Payrexx publiziert seine POS-Gebühren öffentlich und ohne Fussnoten (Stand: Mai 2026):

 

Zahlungsmethode

Payrexx Free

Payrexx Standard

Payrexx Premium

Debitkarte POS

nicht verfügbar

0.95%+CHF 0.15

0.95%+CHF 0.15

Kreditkarte POS

nicht verfügbar

1.25%+CHF 0.15

1.25%+CHF 0.15

TWINT POS

nicht verfügbar

1.25% flat

1.25% flat

Terminal-Miete

CHF 25/Mt. (aktuell gratis)

CHF 25/Mt. (aktuell gratis)

Tap to Pay (Android)

✓ inklusive

✓ inklusive

✓ inklusive

 

POS-Terminals erfordern mindestens den Standard-Plan (CHF 19/Mt.). Die Terminal-Miete für Nexgo N6 und N86 beträgt regulär CHF 25/Mt. und ist aktuell gratis, solange der Vorrat reicht. Tap to Pay (Android-Smartphone als Terminal) ist in allen Plänen inklusive – auch im Free-Plan.

4. Online-Zahlungen: Ein System vs. zwei Verträge

Für Betriebe, die sowohl im Laden als auch online verkaufen, ist die Systemarchitektur entscheidend.

Worldline bietet Online-Zahlungen über die Plattform Saferpay an – ein eigenständiges Produkt mit separatem Vertrag und separater Abrechnung. Online-Transaktionen kosten bei Worldline 1.70% + CHF 0.19. Wer POS und Online kombinieren will, verwaltet zwei getrennte Systeme.

Bei Payrexx läuft alles über einen Account: POS-Terminal, Tap to Pay, Online-Shop-Integration, Payment Links und QR Pay. Transaktionen aus allen Kanälen erscheinen im gleichen Dashboard, Auszahlungen werden gebündelt auf eine IBAN. Für KMU, die beide Kanäle nutzen, reduziert das den Verwaltungsaufwand erheblich.

5. Onboarding: Individuelles Angebot vs. Gleichtag

Worldline richtet sich primär an grössere Händler:innen und Unternehmen. Das Onboarding läuft über ein individuelles Angebot – Preise und Konditionen werden verhandelt, nicht auf einer Preisseite kommuniziert. Für einen Coiffeur, Foodtruck oder eine Yogastudio-Betreiberin ist dieser Prozess oft überproportional aufwendig.

Payrexx kommuniziert Gleichtag-Onboarding: Dokumente bis 16:00 Uhr eingereicht, Konto noch am selben Tag aktivierbar. Terminal wird betriebsbereit geliefert. Für saisonale Betriebe oder Neugründungen, die schnell loslegen wollen, ist das ein konkreter Vorteil.

6. Support: 24/7 global vs. Schweizer Telefon

Worldline kommuniziert 24/7 Support auf globaler Ebene. Das ist sinnvoll für Enterprise-Kunden mit komplexen Integrationen – für eine Praxis oder einen Marktstand, der abends nicht mehr erreichbar ist, ist das weniger relevant.

Payrexx bietet Telefon-Support Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr – mit einem Schweizer Team, das Deutsch, Französisch und Italienisch spricht. Dazu kommt ein Ticket-System mit 24/5-Verfügbarkeit. Für Schweizer KMU, die bei einem Problem auf Schweizerdeutsch anrufen wollen, ist das näher an der Realität als ein globales Support-Center.

7. Gesamtvergleich: Wann lohnt sich welcher Anbieter?

 

Aspekt

Worldline

Payrexx Standard

Vorteil

Preismodell

Interchange++ (variabel)

Blended Pricing (fix)

Payrexx

Debit POS

Interchange + Servicegebühr (min. CHF 0.20)

0.95% + CHF 0.15

Payrexx (transparent)

Kredit POS

Interchange + Servicegebühr (min. CHF 0.20)

1.25% + CHF 0.15

Payrexx (transparent)

TWINT POS

✓ (mind. CHF 0.15)

✓ 1.25% flat (keine Fixgebühr)

Payrexx bei Kleinbeträgen

Internationale Karten

+0.98–1.30% Zuschlag

In Blended-Rate enthalten

Payrexx

Firmenkarten

+1.30% Zuschlag

In Blended-Rate enthalten

Payrexx

Online-Zahlungen

Saferpay (separater Vertrag, 1.70%+0.19)

Gleicher Account gleiche Abrechnung

Payrexx

Onboarding

Individuelles Angebot, mehrere Tage

Gleichtag möglich (bis 16:00 Uhr)

Payrexx

Support

24/7 laut Website

Telefon Mo–Fr 9–17, Schweizer Team

Payrexx (lokal)

Zielgruppe

Enterprise / Grosshandel

KMU, Selbständige, Vereine

Payrexx für KMU

 

Für wen Worldline sinnvoll bleibt

Worldline ist der etablierte Marktführer im Schweizer POS-Markt – mit einer Infrastruktur, die für sehr hohe Transaktionsvolumen und komplexe Enterprise-Integrationen ausgelegt ist. Wer bereits in ein Worldline-Ökosystem investiert hat, ein sehr hohes Volumen mit vorwiegend Schweizer Debitkarten hat oder eine spezifische Kassensystem-Integration braucht, ist bei Worldline gut aufgehoben.

Für wen Payrexx die bessere Wahl ist

Für Schweizer KMU, Selbständige, Vereine und mobile Händler:innen bietet Payrexx das einfachere und transparentere Modell: fixe Gebühren, Online und POS aus einem System, schnelles Onboarding und Schweizer Support. Besonders bei internationalem Kundenmix – Touristen, Konferenzteilnehmer:innen, Geschäftsreisende – zahlt sich das Blended-Pricing-Modell konkret aus.

 

Worldline passt besser wenn...

Payrexx passt besser wenn...

Sehr hohes Transaktionsvolumen (Enterprise)

KMU mit CHF 0–500'000 Monatsumsatz und auch Enterprise

Ausschliesslich Schweizer Karten mit sehr kleinen Bons

Internationaler Kundenmix (Touristen, ausländische Karten)

Bestehendes Worldline-Ökosystem (Kassen, ERP)

Online + POS aus einem System gewünscht

Komplexe Enterprise-Integration

Schnelles Onboarding, kein individuelles Angebot nötig

Checkliste: Worldline oder Payrexx – was passt zu meinem Betrieb?

  • Wie hoch ist mein monatlicher Kartenumsatz? (Unter CHF 500'000 → Payrexx prüfen)

  • Brauche ich Online + POS aus einem System? (Ja → Payrexx)

  • Wie schnell muss ich live gehen? (Schnell → Payrexx Gleichtag-Onboarding)

  • Habe ich ein bestehendes Worldline-Kassensystem? (Ja → Wechselkosten prüfen)

  • Wie wichtig ist Schweizer Telefon-Support? (Wichtig → Payrexx Premium)

  • Habe ich TWINT-affine Kundschaft? (Ja → beide Anbieter bieten TWINT)

  • Sind meine Transaktionsbeträge sehr klein (unter CHF 12)? (Ja → TWINT bei Payrexx ohne Fixgebühr prüfen)

 

Payrexx bietet Schweizer KMU ein vollständiges POS-System mit öffentlich einsehbaren Fixpreisen: Debitkarte 0.95% + CHF 0.15, Kreditkarte 1.25% + CHF 0.15, TWINT 1.25% flat – alles über Standard-Plan für CHF 19/Mt., inklusive Online-Zahlungen, Tap to Pay und Schweizer Support aus einem System.

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POS-Terminal mit transparenten Fixpreisen
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Payrexx bietet Schweizer KMU fixe POS-Gebühren ohne Überraschungen: Debit, Kredit, TWINT und Online aus einem System – mit Gleichtag-Onboarding.

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Häufige Fragen: Worldline vs. Payrexx POS

Was kostet ein Worldline-Terminal für KMU?

Worldline kommuniziert keine öffentlichen Endpreise für KMU. Das Gebührenmodell basiert auf Interchange++ – die Endkosten hängen vom Kartentyp und -herkunft ab. Ein individuelles Angebot ist erforderlich.

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Hat Worldline auch TWINT am Terminal?

Ja. Worldline unterstützt TWINT am POS-Terminal. Die Mindestgebühr beträgt laut Preisblatt CHF 0.15 pro TWINT-Transaktion. Payrexx berechnet TWINT POS mit 1.25 % flat ohne Fixgebühr.

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Kann ich bei Worldline auch online verkaufen?

Ja, aber über ein separates Produkt namens Saferpay – mit eigenem Vertrag und eigener Abrechnung. Die Gebühr beträgt 1.70 % + CHF 0.19 pro Online-Transaktion. POS und Online werden bei Worldline getrennt verwaltet.

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Wie lange dauert das Onboarding bei Worldline vs. Payrexx?

Worldline erfordert ein individuelles Angebot – der Prozess dauert typischerweise mehrere Tage bis Wochen. Payrexx ermöglicht Gleichtag-Onboarding: Dokumente bis 16:00 Uhr eingereicht, Konto noch am selben Tag aktivierbar.

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Was passiert bei Touristen mit ausländischen Karten?

Bei Worldline fallen Zuschläge für internationale Karten an: INTRA (EU-Karten) +0.98 %, INTER (aussereuropäische Karten) +1.30 % auf den Transaktionsbetrag. Bei Payrexx sind internationale Karten in der Blended Rate enthalten – kein Zuschlag.

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Bietet Payrexx auch Tap to Pay an?

Ja. Payrexx Tap to Pay verwandelt ein Android-Smartphone in ein Kartenterminal – ohne Hardware. Es ist in allen Payrexx-Plänen inklusive, auch im Free-Plan. Wichtig: Apple Tap to Pay auf dem iPhone ist in der Schweiz verfügbar, aber nicht über Payrexx.

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Ist Payrexx wirklich günstiger als Worldline?

Nicht pauschal – aber transparenter. Bei Schweizer Standardkarten können Worldline-Gebühren ähnlich liegen. Bei internationalen Karten, Firmenkarten oder der Kombination POS + Online ist Payrexx meistens günstiger – und immer kalkulierbarer.

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Brauche ich für Payrexx POS ein Abonnement?

Ja. POS-Terminals erfordern mindestens den Standard-Plan für CHF 19/Mt. Der Free-Plan unterstützt keine POS-Terminals, aber Tap to Pay (Android) ist auch im Free-Plan verfügbar.

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