Social Commerce: Just hype or genuine revenue driver for Swiss Comerciantes?

The integration of e-commerce features into social media is more than just a trend; it is a change in the way we discover products. But what does the reality look like for Swiss Online Comerciante in 2026? Is it worth getting started for you? We take a look at the current figures.

Linda Rajan

Rajan

a group of people standing outside of a food truck

Nutzer:innen verbringen täglich mehrere Stunden auf Instagram, TikTok, Pinterest und Co. Da ist es nur logisch, dass Unternehmen diese Plattformen nutzen möchten, um ihre Waren direkt an ihre Zielgruppe zu verkaufen. Hier kommt Social Commerce ins Spiel: Diese Verkaufspraxis soll die Lücke zwischen Inspiration (“Oh, das will ich!”) und Kauf (“Bestellt!”) schliessen.

Die Onlinehändlerbefragung 2025 zeigt hierzu ein spannendes Bild: Während digitale Marktplätze wachsen, hat sich Social Commerce in der Schweiz auf einem stabilen Niveau eingependelt. Was bedeutet das für Deine Verkaufsstrategie als Onlinehändler:in?

Wer die Onlinehändlerbefragung genau studieren will, kann diese hier herunterladen:


1. Was ist Social Commerce?

Vielleicht hast Du den Begriff schon gehört, weisst aber nicht genau, was dahintersteckt. Einfach formuliert bezeichnet Social Commerce den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen direkt über Social-Media-Plattformen wie Instagram oder Facebook.

Im Gegensatz zum klassischen Social-Media-Marketing, wo Du Kund:innen “nur” über einen Link in Deinen Onlineshop leitest, verschmilzt hier das Einkaufserlebnis mit der sozialen Interaktion.

Die drei Kernmerkmale des Social Commerce sind:

  1. In-App-Kaufabwicklung: Kund:innen können Produkte direkt über einen Shop-Tab, klickbare Produkt-Tags in Bildern und Videos oder via Live-Shopping-Funktionen erwerben.

  2. Personalisierung: Die Algorithmen der Plattformen analysieren das Nutzerverhalten der User:innen und schlagen Produkte vor, die zu ihnen passen könnten. 

  3. Soziale Interaktion: Kaufentscheidungen werden direkt durch Likes, Kommentare, Empfehlungen von Freund:innen, der Community oder Influencer:innen beeinflusst.

Die Rolle des Social Commerce in der Schweiz

Lange wurde Social Commerce als der grosse “Onlineshop-Killer” verstanden. Die Onlinehändlerbefragung 2025 zeigt jedoch, dass Social Commerce (noch) keinen Webshop ersetzt, sondern diesen vor allem ergänzt.

Entwicklung der Umsatzrelevanz von Social Commerce

Entwicklung der Umsatzrelevanz von Social Commerce

Seit 2022 liegt die Umsatzrelevanz von Social Commerce konstant bei rund 30 Prozent. Das bedeutet, dass dieser Kanal zwar von einem Drittel der Schweizer Händler:innen als wichtig erachtet wird, ein spürbares Wachstum jedoch ausbleibt. Social Commerce ist zwar etabliert, das volle Potenzial konnte in der Schweiz bislang aber nicht vollständig entfaltet werden.

Der Hauptgrund liegt sehr wahrscheinlich in den fehlenden Plattform-Funktionen. Viele Features, die Social Commerce im Ausland so erfolgreich machen, stehen in der Schweiz noch nicht zur Verfügung. Beispielsweise wurde der TikTok-Shop seit Anfang 2025 in vielen EU-Ländern eingeführt, während der Markteintritt in der Schweiz bislang ausblieb (Stand: Januar 2026).

In den USA und in Teilen Asiens findet häufig der gesamte Kaufprozess innerhalb der Social-Media-App statt (In-App-Checkout). In der Schweiz gibt es diese Möglichkeit aber nicht mehr, da der Instagram-Shop-Tab Mitte 2023 eingestellt wurde. Heute können Händler:innen ihren Shop nur im Profil verlinken. Entsprechend werden Instagram und Facebook von Schweizer Händler:innen primär als digitales Schaufenster genutzt: Die Inspiration entsteht auf Social Media, der Kaufabschluss und die Bezahlung erfolgen dann in Deinem Onlineshop.

Das macht Social Commerce nicht weniger wertvoll, sondern ändert nur seine Rolle. Statt als direkter Verkaufskanal fungiert er in der Schweiz vor allem als leistungsstarkes Marketing- und Inspirationstool, um Deine Verkäufe im Onlineshop anzukurbeln.


2. Welche Plattformen eignen sich für Dich?

Jede Plattform bietet Dir unterschiedliche Tools, um Deine Produkte in Szene zu setzen. Hier erhältst Du einen Überblick der Möglichkeiten (Stand Dezember 2025):

Instagram

Verlinkung des Shops im Profil, Live-Shopping (eingeschränkt), Produktkatalog (Anzeigen), Shoppable Posts und Stories, Produkt-Tagging, Shop the Look

Facebook

Verlinkung des Shops im Profil, Produktkatalog (Profil & Anzeigen), Marktplatz-Integration (Marketplace)

Pinterest

Produkt-Pins, Shop the Look, Visuelle Suche

TikTok

TikTok-Shop (regional eingeschränkt), Live-Shopping , Produkt-Links in Videos

YouTube

Live-Shopping (eingeschränkt), Produkt-Links in Videobeschreibungen (oft Affiliate-Verlinkungen)


Produktkatalog
Produktkatalog: Das digitale Schaufenster

Auf Facebook und Instagram (Meta) hast Du die Möglichkeit, einen Produktkatalog anzulegen. Auf Facebook dient er als Schaufenster auf Deinem Profil und kann für Deine Werbeanzeigen genutzt werden. Auf Instagram kannst Du den Katalog nur für die Anzeigen nutzen. Der tatsächliche Kauf findet bei beiden Kanälen in Deinem Onlineshop statt. 


Produkttags
Shoppable Posts und Produkt-Tagging: Das interaktive Preisschild

Auf Instagram und Pinterest kannst Du Deinen Produktfotos kleine Schilder (Tags) anhängen. Der grosse Vorteil ist, dass Deine Produkte dadurch direkt auf dem Bild verlinkt werden können. Wenn Deine Kundschaft auf einen Tag klickt, wird sie sofort zur passenden Produktseite in Deinem Webshop weitergeleitet.


Shop the Look: Das digitale Modemagazin

“Shop the Look” ähnelt den Shoppable Posts, geht aber einen Schritt weiter: Hier werden nicht nur verschiedene Einzelteile, sondern ein ganzes Outfit oder ein komplett eingerichtetes Zimmer angezeigt. Alle sichtbaren Artikel im Bild werden direkt oder in der Bildunterschrift verlinkt. Ein Klick auf das jeweilige Produkt führt direkt zum Shop. Diese Funktion ist besonders auf Pinterest beliebt.


Liveshopping
Live-Shopping : Teleshopping 2.0

Erinnerst Du Dich an die klassischen Verkaufssender im Fernsehen? Live-Shopping funktioniert genau so, nur interaktiver. Eine Person (z. B. ein:e Influencer:in oder Händler:in) stellt im Livestream Produkte vor, probiert sie aus oder führt sie vor. Die Zuschauer:innen können live Fragen stellen und das gezeigte Produkt mit einem Klick sofort kaufen, während die Show läuft. Dieses Feature ist im Moment vollumfänglich nur im TikTok-Shop verfügbar.


3. Vorteile für Onlinehändler:innen

Auch wenn der Umsatz vielleicht nicht immer direkt über die Plattformen generiert wird, bietet Social Commerce Vorteile, die Du Dir nicht entgehen lassen solltest. Die Praxis bietet Chancen für Marken jeder Grösse.

Laut der Onlinehändlerbefragung 2025 sehen Händler:innen vor allem folgende Punkte als Gewinn:

Direkte Ansprache der Zielkund:innen

59 Prozent der Händler:innen schätzen es, ihre Zielgruppe direkt erreichen zu können. Anders als bei einer Zeitungsanzeige, die alle Leser:innen sehen, kannst Du auf Social Media chirurgisch filtern. Wenn Du etwa handgetöpferte Keramik verkaufst, zeigst Du Deine Vasen nicht einfach “allen”, sondern gezielt nur Nutzer:innen, die sich für “Interior Design” und “Nachhaltigkeit” interessieren. Dank der Personalisierung erreichst Du also genau die Menschen, die Deine Produkte am ehesten kaufen würden. Das spart Werbebudget und Du erreichst Deine Kundschaft schneller. Hinzu kommt, dass potenzielle Kund:innen weniger klicken, suchen oder warten müssen und aus diesem Grund seltener ihre Käufe abbrechen. Das führt zu höheren Kaufabschlüssen.

Förderung von Impulskäufen

54 Prozent der Befragten sehen hier den grössten Hebel. Social Media ist ein Ort der Inspiration. Ein:e Nutzer:in sucht vielleicht gar nicht aktiv nach einer neuen Kaffeetasse, sieht aber ein ästhetisches Bild in Deinem Feed und denkt sofort: “Die muss ich haben!” Durch die visuelle Präsentation weckst Du Bedürfnisse, die vorher nicht vorhanden waren. Der emotionale Impuls führt direkt zum Kauf, bevor rationale Zweifel (“Brauche ich das wirklich?”) aufkommen. 

Mehr Interaktion mit (potenziellen) Kund:innen

Social Commerce geht über die reine Transaktion hinaus. Es ermöglicht Dir, eine lebendige Community rund um Deine Marke aufzubauen. Du erhältst direktes Feedback durch Kommentare und Likes (“Welche Farbe findet ihr besser? Blau oder Rot?”). Kund:innen können Fragen stellen, sich untereinander austauschen und Empfehlungen aussprechen. Diese Nähe schafft Vertrauen und bindet Kund:innen langfristig an Deine Marke. Das ist etwas, was ein anonymer Onlineshop meist nicht bieten kann.


In der folgenden Grafik findest Du noch weitere Vorteile, die von den Onlinehändler:innen erwähnt wurden: 


4. Herausforderungen und Best Practices

Herausforderungen

So vielversprechend Social Commerce klingt, es ist kein Selbstläufer. Im Tagesgeschäft wirst Du auf Hürden stossen, die Dir bewusst sein sollten:

Logistik und Erwartungshaltung

Social Media ist extrem schnelllebig. Wer dort ein Produkt sieht und spontan klickt, erwartet oft auch eine blitzschnelle Abwicklung seiner Käufe. Dein Kundenservice und Deine Logistik müssen mit diesem Tempo mithalten können. Das bedeutet auch, dass Du auf Fragen in Kommentaren oder Direktnachrichten (DMs) viel schneller reagieren musst als auf eine klassische E-Mail.

Der Daten-Dschungel

Die technologische Anbindung ist oft kniffliger als gedacht. Das saubere Verknüpfen von Daten von Instagram und Co. mit Deinem eigenen CRM-System oder Onlineshop kann schnell komplex werden. Ohne ein sauberes Datenmanagement riskierst Du, den Überblick über Lagerbestände zu verlieren oder Kundendaten doppelt zu pflegen.

Der ständige Kampf um Aufmerksamkeit

Die Konkurrenz schläft nicht und der Feed Deiner Kund:innen ist voll. Um sichtbar zu bleiben, reicht es nicht, gelegentlich ein Produktfoto hochzuladen. Du brauchst kontinuierlich kreativen und authentischen Content, der unterhält und auffällt. Einmal posten und warten reicht nicht – Community Management kostet Zeit und Ressourcen.

“Unsichtbare” Produkte haben es schwerer

Nicht alles lässt sich gleich gut visuell verkaufen. Während Mode oder Deko-Artikel auf Bildern glänzen, haben es “unsichtbare” Produkte schwerer. Komplexe B2B-Software oder abstrakte Dienstleistungen lassen sich über rein visuelle Kanäle oft schlechter vermarkten als Lifestyle-Produkte, die man einfach abfotografieren kann.


Best Practices

Authentizität gewinnt immer:

Hochglanz-Werbefotos werden oft ignoriert. Nutze stattdessen User-Generated Content (UGC), also Fotos und Videos, die Deine echten Kund:innen gemacht haben. Wenn Du mit Influencer:innen arbeitest, achte darauf, dass sie wirklich zu Deiner Marke passen und glaubwürdig sind.


Optimiere das mobile Erlebnis:

Vergiss den Desktop. Social Commerce findet fast ausschliesslich auf dem Smartphone statt. Stelle sicher, dass der Checkout-Prozess auf dem Handy absolut fehlerfrei und blitzschnell funktioniert. Nichts killt die Kauflaune schneller als eine Seite, die auf dem kleinen Display nicht bedienbar ist.


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